Kategorie: J

 

Justice League

2017, Danny Elfman: brave Superhelden-Ostinato-Melange mit viel Pomp und wenig Pfiff

Viel wurde geschrieben und getwittert über Danny Elfmans Engagement im DCEU, und groß waren die Erwartungen, zumal schon früh verraten wurde, dass er gedenke, alle möglichen Themen – inklusive seines eigenen Batman Theme – in Justice League zusammen zu führen. Tatsächlich ist das ganze aber weniger als die Summe seiner Teile, denn die Zitate früherer DC-Verfilmungen (z.B. Batman, Wonder Woman, Superman) halten sich in Grenzen und – man muss es leider sagen – überschatten das thematische Material, das Elfman für diesen Film neu geschrieben (?) hat. Tragischerweise sind es nicht Cyborg, Flash & Co, die vor dem geistigen Auge entstehen, während man das Album hört, sondern The Shadow (Goldsmith) und Spiderman (ebenfalls Elfman). Ob plumpe Kopie oder unbewusste Inspiration, als Zuhörer kriegt man jedenfalls wenig Neues geboten. Das Drumherum ist natürlich routiniert und gut gelungen und glänzt mit viel Kraft und superber Klangqualität, die orchestralen Farben sind reichhaltig und verglichen mit Remote Control-Produktionen äußerst abwechslungsreich. Mit den Maßstäben früherer Werke von Danny Elfman darf man Justice League jedoch nicht messen, und angesichts der nicht enden wollenden Streicher-Ostinati bleibt das Gefühl, dass sich Elfman über Gebühr Richtung Mainstream verbiegen hat lassen, anstatt hier ein kräftiges Lebenszeichen für originelle Filmmusik zu setzen. Schade eigentlich, denn genau Andersartigkeit war immer seine größte Stärke.

Wertung: * * *

3-star-rating

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Jumper

Jumper Soundtrack Cover

2008, John Powell: moderner, etwas unterkühlter Actionscore mit gefälligen Momenten

Kurzkritik: Unnötig zu erwähnen, dass sich dieser wie alle Powell-Soundtracks kontemporär anfühlt, klanglich allererste Sahne ist und eine überzeugende Symbiose aus symphonischen Instrumenten und treibenden Rhythmus-Elementen bildet. John Powell verwendet zusätzlich Gitarren, sowohl akustische und elektrische, um hier und da distinkte Impulse zu geben. Über weite Strecken dominieren allerdings Drums & Percussion, erst gegen Ende zieht Powell die symphonischen Register, und das wie immer sehr souverän und notendicht. Abgesehen von einem wiederkehrenden Hauptmotiv habe ich allerdings wenig roten Faden entdeckt, sodass mein Themen-Fetisch unbedient und der Gesamteindruck eines etwas unterkühlten und blutleeren Werkes bleibt, welches dank der herausragenden End Credits (A Jump Off) gerade noch die Kurve kratzt.

Highlights: My Day So Far – Bridges, Rules, Banking – Surf’s Up – 1000 Volts – Coliseum Tour – Coliseum Fight – Airport Departure – In Hospital – David Comes Clean – Roland At The Lair – Jumper vs. Jumper – The Sacrifice – A Jump Off

Wertung: * * *

3-star-rating

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Jupiter Ascending

jupiterascending

2015, Michael Giacchino: viel Abwechslung, viel Potenzial, wenig Struktur

Kurzkritik: Jupiter Ascending startet sehr ernst und reif, mit breiter Symphonik und Chor, mit der Tiefe von A Beautiful Mind und dem Unheilverheißenden von Lord of the Rings. Die ersten Tracks heißen 1. to 4. Movement und muten wie Konzertmusik an. Für mich wird das Album erst ab dem 3. Satz interessant, wo Giacchino ein wundervolles Thema einführt, von dem man nachher nie wieder etwas hört. Seltsam. Die Musik von Jupiter Ascending ist erfreulich divers, von ruhig und zart zu dramatisch und operaisch. Es gibt viele Ostinati und Figuren, chromatische Läufe, die eines John Williams würdig sind (Flying Dinosaur Fight) und ungerade Rhythmen, wie sie Goldsmith berühmt gemacht haben (Shadow Chase). Alles sehr effektiv, macht Spaß beim Hören und ist stellenweise sogar hervorragend. Mein Lieblingsteil ist die Mitte des Albums, vor allem wegen der schnelleren Passagen und eines weiteren distinktiven Themas (Family Tree). Gegen Ende verliert sich die Musik in Action, Chaos und Dissonanz; man wünscht sich eine schöne, harmonische Auflösung und wird an die wahrscheinlich einzige große Schwachstelle des Albums erinnert: mangelnde Kohärenz.

Highlights: 3rd movement – 4th movement – The Houses of Abrasax – I Hate My Life – Scrambled Eggs – The Abrasax Family Tree – The Shadow Chase – The Titus Clipper – The Lies Have It – Dinosaur To New Heights – Family Jeopardy – Flying Dinosaur Fight

Wertung: * * * *

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