Kategorie: K

 

Kubo and the Two Strings

Kubo and the two Strings Soundtrack Album Cover

2016, Dario Marianelli: liebevoll und meisterhaft instrumentiertes Animationsabenteuer mit viel Abwechslung

Kurzkritik: Kubo ist mein erster Soundtrack von Dario Marianelli und ein wirklich großartiges Entré für den Komponisten in meine persönliche Welt der Soundtracks. Der Sound ist glasklar, die symphonische Instrumentierung abwechslungsreich, und die Vielfalt der Emotionen und Bilder, die auch den (zeitweise etwas langatmigen, aber insgesamt sehr schönen) Film prägen, kommt perfekt in der Musik zur Geltung. Marianelli wirft mit Klangfarben nur so um sich und verfällt kaum in das Genre-typische Mickey Mousing. Interessant fand ich, dass die asiatische Stilistik in Kubo vergleichsweise dünn ausfällt – von ein paar instrumentalen Anleihen abgesehen ist der Soundtrack – aus meiner Sicht leider – eher westlich geprägt. Jedenfalls spürt man Potenzial für Großes, weshalb ich mich dem allgemeinen „Buzz“ anschließe und Kubo als überdurchschnittlich bewerte. Ich gebe aber zu, dass da ein paar Vorschusslorbeeren dabei sind, zumal mir die Themen etwas zu wenig greifbar sind und die musikalische Identität des Komponisten – er scheint in jeder Stilistik bewandert zu sein – noch nicht so recht klar ist. Möglicherweise wird sich das aber bald ändern, denn nach diesem hervorragenden Album habe ich vor, noch mehr Dario Marianelli Scores zu hören.

Highlights: The Impossible Waves – Kubo Goes To Town – Story Time – Meet The Sisters! – Above And Below – Monkey’s Story – Hanzo’s Fortress – United-Divided – Showdown With Grandfather – Rebirth

Wertung: * * * *

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King Arthur: Legend Of The Sword

King Arthur Soundtrack Album Cover

2017, Daniel Pemberton: kratzig und fetzig, aber kalt

Kurzkritik: King Arthur und Daniel Pemberton? Pemberton ist berühmt für coole Grooves und schickes Sound Design. Wie passt das zu einem Film, der im Frühmittelalter angesiedelt ist? Eigentlich gar nicht, aber andererseits ist das ein Film von Guy Ritchie, also warum nicht einfach drauf einlassen! Die Musik ist erwartungsgemäß hochprofessionell und auch stellenweise recht originell: elektronisch verzerrte Cellos, die wie eine Säge klingen, Distortion-Effekte, die erwähnten Grooves, gesampletes Atmen und Keuchen – der Score ist durchaus innovativ. Aber er hat für mich zwei schwerwiegende Defizite: Zum einen wirkt er kalt und industriell. Es kommt keine Farbe auf, es entstehen vor meinem geistigen Auge nur Bilder mit Blaufilter. Zum zweiten kann ich einfach nicht über meinen Schatten springen und akzeptieren, dass es sich hier um Musik zur Artus-Sage handelt. Wo ist die Romantik, wo ist das Wundersame, wo ist das Epische? Die Musik passt einfach nicht zum Thema – abgesehen von wenigen Augenblicken, in denen traditionelle Elemente durchblitzen -, und da es sich um Filmmusik handelt, kann ich diese Themenverfehlung (die gewiss nicht Pemberton anzulasten ist) einfach nicht ignorieren. Am Ende bleiben ein paar coole Momente und fetzige Grooves und ganz viel von dem Gefühl, dass hier eine Chance auf wirklich schöne Musik vergeben wurde.

Wertung: * *

Highlights: King Arthur: Legend of the Sword – The Story of Mordred – The Legend of Excalibur – Seasoned Oak – The Politics & The Life – The Born King – The Wolf & The Hanged Men – Camelot in Flames – Revelation – The Power of Excalibur – Knights of the Round Table – King Arthur: The Coronation

2-star-rating

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Kong: Skull Island

2017, Henry Jackman: leicht depressiver Abenteuerscore ohne große Themen

Kurzkritik: Henry Jackman ist für mich ja so etwas wie der moderne Goldsmith. Seine Fähigkeit zu tragenden Themen hat er schon mehrfach bewiesen (z.B. in Kingsman), sein Kolorit ist ebenfalls abwechslungsreich (man vergleiche bloß Man In The High Castle mit Pixels), und sein Kompositionsstil ist klar und nachvollziehbar strukturiert (sogar in tristen Werken wie 5th Wave). Daher hatte ich mir von Kong: Skull Island große musikalische Bilder und epische Abenteuermusik erwartet, wurde aber nur teilweise bedient. Die erste Hälfte des Scores ist wenig episch, sondern auf Gitarrensounds und Effekten aufgebaut und lässt nur bescheiden erahnen, was noch kommen mag. Bis es soweit ist, schnarcht man geduldig vor sich hin, begleitet von einsamen Gitarren, die ziellos durch das Stereopanorama wabern. Erst im großen symphonischen Finale erwacht man als Zuhörer, welches mit The Battle Of Skull Island ordentlich an Fahrt aufnimmt und mit dem emotional-dramatischen King Kong beschließt. Gerne hätte sich das gesamte Album so anhören dürfen, anstelle der zuvor erwähnten Melange aus moderner Füll-Musik und Effekt-Hascherei. Dass das melodische Material sein Potenzial kaum entfaltet und der wunderbar-konzisen Instrumentierung hinterher hinkt, ist nur ein weiterer Grund, diesen Score als verschenkte Chance zu betrachten. Das soll aber nicht heißen, dass die Musik schlecht wäre. Kong Skull Island ist eben guter Durchschnitt, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Highlights: The Beach – Project Monarch – The Island – Monsters Exist – Spider Attack – Grey Fox – Marlow’s Farewell – Ambushed – Man vs. Beast – The Battle Of Skull Island – King Kong

Wertung: * * *

3-star-rating

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