Kategorie: A

 

American Assassin

2017, Steven Price: symphonische Electronica mit wenig Abwechslung

Ich muss vorausschicken, dass ich mit Steven Price’s Werken nicht sehr vertraut bin. Ich war überrascht von der thematischen Qualität von Suicide Squad, und ich kann nur mutmaßen, dass Gravity nicht schlecht sein kann, zumal dieser Score seinem Schöpfer einige Preise, darunter auch einen Academy Award, eingebracht hat. So waren meine Erwartungen an American Assassin doch einigermaßen intakt. Der Anfang enttäuscht auch nicht: Es gibt einiges an Soundkulisse, einnehmenden Harmonien und kräftigen Crescendos á la Inception, woran man sich durchaus gewöhnen könnte, auch wenn schnell klar wird, dass das keine Filmmusik der großen Themen wird. Der Sound ist breit und stellenweise scharf, eine Mischung aus Electronica und symphonischem Orchester, welches später im Album phasenweise anmutet, als hätte es ein DJ in die Mangel genommen. All das ist per se noch kein Grund wegzuschalten, aber die Eintönigkeit nimmt allmählich deutlich überhand und löst bei mir ab dem achten Track den Wann-ist-das-denn-endlich-vorbei-Effekt aus, den das versöhnende Ende des Albums kaum mehr gutmachen kann. Interessanterweise fühle ich mich beim Hören auch eher in einem Science Fiction Film als in einem Actionthriller, was nicht unbedingt für die Bildhaftigkeit des Scores spricht, mich aber jedenfalls dazu animieren wird, diesen Score noch einmal zu hören, wenn ich den Film gesehen habe.

Referenztrack: Mitch Rapp

Wertung: * *

2-star-rating

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Anastasia – The Musical

Anastasia Musical Recording Album Cover

2017, Stephen Flaherty: zauberhafte Musicaladaption mit Tiefgang

Kurzkritik: Es war 1997, als mich mit Anastasia der erste Nicht-Disney-Animationsfilm (stammte von 20th Century Fox) so richtig in den Bann schlug. Es waren die Songs von Stephen Flaherty, die mich mit ihrer melodischen Kraft und Eingängigkeit überraschten. Nun sind Flahertys Songs allesamt im Musical gelandet, und er hat weitere hinzugefügt, die den ursprünglichen in nichts nachstehen und sich wunderbar stilistisch mit ihnen verbinden. Rasputin und seine Zaubereien sind verschwunden, damit natürlich auch der Titel In The Dark Of The Night, dessen absteigender Mittelteil zum Kernthema eines neuen Songs wird. Journey to the Past wandert ans Ende der Geschichte, dafür eröffnet Anastasia mit der wunderbaren Ballade In My Dreams. Das ganze Musical ist sehr thematisch und leitmotivisch angelegt, und wieder bekommt man bei Once Upon A December Gänsehaut. Die Qualität der Aufnahme ist gut, auch wenn das Orchester dünner daher kommt als bei der Studioaufnahme des Animationsfilms. Die Stimmen sind sympathisch, und bei näherer Betrachtung passt die herrisch-affektierte Christy Altomare eigentlich besser zu Anyas Charakter als die liebliche Liz Callaway. Insgesamt eine erfreuliche Wiederbelebung eines sehr unterschätzten Werkes eines aus meiner Sicht zu selten gehörten Komponisten.

Highlights: A Rumor In St. Petersburg – In My Dreams – A Simple Thing – Learn To Do It – Once Upon A December – We’ll Go From There – Journey To The Past – Close The Door – In A Crowd of Thousands – Finale

Wertung: * * * *

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Alien Covenant

Alien Covenant Soundtrack Album Cover

2017, Jed Kurzel: düster-atmosphärischer Versuch, an das Original anzuknüpfen

Kurzkritik: Düstere Klangtapeten mit Soundeffekten interessieren mich für gewöhnlich nicht. Dass ich mich trotzdem durch Alien Covenant gequält habe, liegt daran, dass der Soundtrack – vor allem im ersten Drittel – großzügig aus Jerry Goldsmith’s Originalmusik für Alien zitiert. Der Rest ist mehr oder minder das, was ich befürchtet hatte: düstere, synthetische Soundeffekte ohne Wiedererkennungswert, ohne Bildhaftigkeit und ohne Struktur. Besonders deutlich sieht man die Defizite dieses Scores am Vergleich der Tracks Face Hugger auf diesem Album und auf Goldsmith’s Original. Was dort Gänsehaut verursacht und musikalisch alle Grenzen gesprengt hat, ist hier nur eine Kakophonie schrillender Frequenzen. Schade eigentlich. Die Wertung versteht sich übrigens inklusive Jerrys Beiträge, die das Hörerlebnis im ersten Drittel doch deutlich aufwerten.

Highlights: The Covenant – Neutrino Burst – Sails – Planet 4/Main Theme – Command Override – Terraforming Bay – Alien Covenant Theme

Wertung: * *

2-star-rating

 

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