Kategorie: Game Scores

 

Ark

2017, Gareth Coker: fulminante, soundtechnisch brillante Loops mit Melodik und starkem Sound

Kurzkritik: Wer Gareth Coker’s Präsentation von Ark im Annotator Podcast nicht gehört hat, sollte das schnellstens nachholen, denn es lohnt sich: Der Score ist bombastisch in Szene gesetzt und vereint perkussive und moderne Patterns mit symphonischem Rückgrat. Tatsächlich wurde ein echtes Orchester eingespielt, wenngleich beim Hören vor allem Bläser und Streicher auffallen; die Holzbläser sind – wie so oft heutzutage – etwas kurz geraten, und die Orchestration fällt im Vergleich zu richtig symphonischen Soundtracks eher simplifiziert aus. Dafür gibt es immer wieder Einsprengsel von interessanten und exotischen Sounds, allerdings nicht genug, um zu verhindern, dass einen der Bombast-Sound beim Hören zeitweise ermüdet. Langsame, introspektive, emotionale Passagen fehlen leider völlig, was dem Score einiges an Potenzial abschlägt. Sehr gefreut hat mich, dass Coker – wie bei Ori and the Blind Forest – neben Rhythmus vor allem auf starke Melodik gesetzt hat, insbesondere was das eingängige Hauptthema aus dem ersten Track betrifft, welches sich subtil durch das Album zieht. Damit baut also auch dieser Gamescore auf einem sehr starken Motiv auf und verwöhnt die Ohren mit einer soundtechnisch glasklaren und brillant gemixten Produktion, die sicherlich aus dem Durchschnitt heraussticht.

Highlights: Main Theme – The Southern Islets – The Origin Of Combat – Shores and Stars – Not So Plain and Simple – Writhing Swamps – Tree Trouble – Creation – Danger Up Top – Enter at One’s Peril – Snow Thy Enemy – The Dragon – The Overseer – Ascension – End Credits

Wertung: * * * *

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Uncharted: The Lost Legacy

2017, Henry Jackman: fantasieloses, schwermütiges Gebrummel mit wenigen Höhepunkten

Kurzkritik: Was freute ich mich doch auf dieses Album, zumal ich ein großer Fan von Henry Jackman bin. Mit Uncharted 4 brachte er 2016 einen überraschend erfreulichen Abenteuer-Score hervor, doch dieser Ableger verliert im Vergleich dazu veritabel. Die ersten Minuten des Albums sind repräsentativ für den Rest: dumpfes Gebrummel mit „gefährlich-orientalischen“ Oud-Einlagen und viele, lange gehaltene Töne, meistens durch tremolierende Streicher. Nein, es ist nicht alles schlecht an diesem Score, aus meinen Worten spricht allerdings schwere Enttäuschung darüber, dass hier wieder einmal ein fantastischer Rahmen mit generischen Ansätzen gefüllt wurde. Positiv erwähnen darf man die Action-Cues, die Jackman routiniert, beinahe meisterhaft komponiert und sein immer wieder durchscheinender Versuch, eine musikalische Thematik zu etablieren. Im Rückblick ist es aber genau das, was dem Score fehlt: eine musikalische Identität.

Highlights: Chloe Frazer – Shift Change – Ambushed – This Tiger’s Got Claws – Chamber Of The Kings – End Of The Line – The Lost Legacy

Wertung: * *

2-star-rating

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Injustice 2

Injustice 2 Game Score Album Cover

2017, Christopher Drake et al.: blutleerer Pseudo-Bombast

Kurzkritik: Machen wir’s kurz und schmerzlos: Von diesem Soundtrack sind eigentlich nur die Tracks von Christopher Drake hörenswert, und selbst die reißen niemanden vom Hocker. Die unentwegten Sample-Streicher-Ostinati, gepaart mit Epic Drums Marke Zimmer, verheißen am Anfang einiges an Energie, langweilen aber spätestens nach der dritten Minute, und bis zum Schluss ändert sich in der Musik weder Rhythmus noch Stilistik. Das einzige Highlight ist der Batcave-Track – hier findet sich durch das Klavier etwas Abwechslung im Klangbild und so etwas wie eine Struktur. Der Rest ist Ideenlosigkeit in Endlosschleife. Zum Glück ist das Album kurz.

Wertung: *

Highlight: The Batcave, Brother Eye

1-star-rating

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