Kategorie: G

 

Gold Diggers – The Secret of Bear Mountain

1995, Joel McNeely: hinreißende, kraftvolle Abenteuermusik mit viel Gefühl und Melodie

Da kommt Nostalgie auf! Ich habe den Film Gold Diggers, in dem zwei Mädchen (Anna Chlumsky und Christina Ricci) auf Schatzsuche gehen, zuletzt vor über 20 Jahren gesehen und erinnere mich, dass ich die Filmmusik damals bereits herausragend fand. Allerdings kreuzte das Album erst heute meinen Weg, und es ist nicht nur die rosarote Brille der Vergangenheit, die es mich über den Klee loben lässt. Joel McNeely hat hier wirklich alles reingepackt, was man als Komponist aufbieten kann: eingängige (und doch angenehm zurückhaltende) Themen, kristallklare Orchestrierung, kraftvolle ebenso wie liebliche Szenen, romantische Lagerfeuer-Atmosphäre ebenso wie reißende Flüsse und natürlich Musik zu tollen Landschaften – immer ein Katalysator für große Filmmusik. Stilistisch ist Gold Diggers ganz dem symphonisch-konservativen Bereich zuzuordnen, mit einer melodischen Prise Broughton, einem harmonischen Hauch Goldsmith und der orchestralen Gravitas eines John Williams. Nur stellenweise wird gezupft und gefiedelt, aber selbst das bereichert das ohnehin bereits äußerst abwechslungsreiche Klangbild. Für mich eine absolute Perle!

Wertung: * * * * *

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Ghost and the Darkness, The

Ghost and the Darkness Soundtrack Album Cover

1996, Jerry Goldsmith: großartiges, exotisches Afrika-Abenteuer mit effektiven Spannungselementen

Kurzkritik: Für die Löwenjagd auf Ghost and The Darkness hat Goldsmith einen seiner besten Abenteuerscores abgeliefert. Die Musik ist – passend zu den grandiosen Kulissen des Films – von symphonischer Breite, exzessiv mit afrikanischen Trommeln und Percussion-Elementen bestückt, wird von Stammes-Gesängen ergänzt und verlässt sich dort, wo die Löwenjagd gefährlich wird, auf traditionelle Spannungselemente. Wie immer gibt es einen thematischen Kern der Form A-B-A, um den herum Goldsmith die Musik gebaut hat, der alleine schon tragfähig genug wäre, aber sogar noch von mindestens 3 weiteren Themen und großartigen rhythmusbetonten Actionsequenzen ergänzt wird. Herausragend auch die kraftvolle Instrumentierung: Die männlichen afrikanischen Stimmen fungieren nicht nur als zusätzlicher Layer, sondern agieren wie Instrumente in einem symphonischen Orchester, das von einer bemerkenswerten Trommel-Sektion ergänzt wird. Für mich definitiv eines der schönsten und distinktesten Werke von Goldsmith.

Highlights: Train to Catch – First Time – Over There – The Claws (Revised, Alternate) – Mahina’s Death (alternate) – The Lion’s Reign – Prepare For Battle – Lions Attack – John’s Nightmare – Final Attack (revised) – Welcome To Tsavo (original) – Theme from The Ghost and The Darkness

Wertung: * * * * *

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Guardians of the Galaxy

2014, Tyler Bates: unoriginelle, aber äußerst einnehmende Materialschlacht

Genre: Science Fiction Space Opera

Kurzkritik: Guardians of the Galaxy hat es gerade schwer bei mir, denn gerade vor kurzem habe ich über Cinematic Sound Radio meine Liebe zu eher seltenen und/oder unterschätzten Soundtracks entdeckt, und was es da an Perlen gibt, da kann sich Mainstream Hollywood nur davor verstecken. Gerade im Vergleich mit den dort präsentierten klassisch-orchestrierten Meisterwerken offenbart Guardians of the Galaxy einige Schwächen, allen voran eine eher abwechslungslose Instrumentierung Marke „viele Streicherostinati, aber keine Holzbläser“. Diesen Sound ist man mittlerweile von Remote Control gewöhnt, er lässt aber trotzdem traditionelle Musikliebhaber wie mich emotional eher kalt. Auf der positiven Seite steht dafür einiges: ein eingängiges, effektives Hauptmotiv, ein thematischer roter Faden, ein großer, bombastischer Klangapparat, und man kann auch nicht behaupten, dass Tyler Bates nicht sein Bestes tut, um möglichst viele Stimmungen aus dem actionlastigen, zum Teil soundmalerischen Score heraus zu holen. Am Ende aber hat Guardians dasselbe Problem wie die meisten Marvel-Filme-Soundtracks: Es bewegt sich in einem engen künstlerischen Korsett und ist deshalb auswechselbar geraten. Das heißt aber nicht, dass die Musik nicht äußerst cool ist und Spaß macht. Im Gegenteil!

Highlights: To The Stars – The New Meat – Sanctuary – The Kyln Escape – The Great Companion – The Collector – The Pod Chase – The Ballad of Nova Corps – Groot Spores – Guardians United – The Big Blast – Groot Cocoon – A Nova Upgrade

Wertung: * * *

3-star-rating

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