Monat: Juli 2016

 

Imitation Game, The

imitationgame

2015, Alexandre Desplat: hypnotisch-intellektuell, unspannend, aber schön

Kurzkritik: Filme wie Imitation Game, wo in den Gehirnen der Protagonisten mehr Handlung stattfindet als auf der Leinwand, sind eine besondere Herausforderung an die Musik. Desplat meistert diese mehr als souverän. Er komponiert in repetitiven, beinahe hypnotischen Mustern und gibt seiner Musik Struktur. Alles hat einen Anfang, einen Mittelteil, ein Ende, und man hat beinahe das Gefühl, dass er das nicht für den Film, sondern für den Zuhörer macht. Die Musik ist trotz der Intrinsik des Films ständig in Bewegung, wie Räder, die sich unentwegt drehen. Symphonisch ist der Score nur bedingt – um es im Vergleich zu sagen: Er ist eher in Goldsmiths Welt angesiedelt als in Horners, aber dabei höchst dynamisch und vielseitig. Instrumentation und Kontrapunkt lassen keine Wünsche offen, der Komponist beherrscht sein Handwerk und zaubert einen hellen, klaren, differenzierten Klang aus dem Orchester. Das Hauptthema ist subtil, aber memorabel, Desplats Motto offenbar „weniger ist mehr“. Die Musik dominiert nicht, sie führt und sie möchte den Film verschönern – etwas, das man bei Goldsmith immer stark gespürt hat. Spannend im herkömmlichen Sinn ist Imitation Game nicht, vielmehr eine angenehme Abkehr vom Hollywood-Bombast der letzten Jahre.

Highlights: The Imitation Game – Alan – U-Boats – Mission – Crosswords – The Machine Christopher – Running – Decrypting – Alan Turing’s Legacy

Wertung: * * * *

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Star Trek 9 – Insurrection

StarTrek09

1998, Jerry Goldsmith: langsam, getragen und extrem melodisch

Kurzkritik: Inspiriert durch dieses Review fühle ich mich veranlasst, ebenfalls eine Lanze für Insurrection zu brechen. In bewährter Tradition eröffnet Jerry Goldsmith den 9. Star Trek Film mit einem auf das Setting zugeschnittenen, äußerst idyllischen Thema, das zu den schönsten und melodiösesten gehört, die er in den 1990er-Jahren komponiert hat. Leider findet es während des Films kaum Verwendung (auch die üblichen Star Trek Themen und Motive sind rar gesät), dafür gibt es langsames, melodiöses Material zuhauf (New Sight), wie auch das Action-Thema auf ganzer Linie überzeugt und einen faszinierenden Kontrast bildet (vgl. Not Functioning, zuerst getragen von Hörnern, dann von Streichern). Wie es Goldsmith schafft, so viel Kraft und Energie über seine Musik zu erzeugen, ist mir bis heute ein Rätsel. Kritikwürdig ist lediglich das Pacing des Albums (bezogen auf das Original-Release) und die Tatsache, dass die Instrumentation relativ dünn und uninspiriert ausgefallen ist. Der extreme Hall kompensiert dies zwar, verwässert aber auch das Klangbild. Alles in allem aber ist Insurrection ein stark unterschätzter Score des Altmeisters, der mindestens so viel Aufmerksamkeit wie First Contact verdient.

Highlights: Ba’ku Village – In Custody – Not Functioning – New Sight – The Drones Attack – The Riker Maneuver – End Credits

Wertung: * * * *

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Ninjago Masters of Spinjitzu

ninjago

2011, Jay Vincent, Michael Kramer: farbenfroh und spaßig, aber auch glatt und hohl

Kurzkritik: Ninjago ist immer und überall. Das rhythmische Hauptthema ist ähnlich präsent und eingängig, durchaus wohlgefällig, auch wenn es ein wandelndes asiatisches Klischee ist. Es verbindet den Score wie ein roter Faden, und das ist auch notwendig, denn dieser hört sich wie eine Groove Engine in Endlosschleife an, kombiniert mit asiatisch klingenden Solo-Instrumenten. Die Musik ist lebhaft, aber – sicherlich dem 22-Minuten-Format geschuldet – stark fragmentiert. Um so mehr muss man die Arbeit des Komponistenteams würdigen, da sie zweifellos das Meiste herausgeholt haben. Man gebe ihnen bitte die Möglichkeit, mit einem richtigen Orchester Ausdruck zu finden! Farbenfroh ist das Album allemal mit seinen lustigen Pizzicati und brummenden Celli, den energetischen Beats und der einen oder anderen Überraschung bei der Instrumentation Crunch-Gitarren!). In der Kategorie symphonisches Drama mit emotionaler Tiefe gewinnt Ninjago jedoch keinen Preis.

Highlights: Ninjago Overture – Discovering Spinjitzu/Dragon Ride – Pythor P. Chumsworth – Catching the Samurai – Falcon Chase – Zane’s True Potential – Revealing the Green Ninja – Taking the Bait – Go Ninja Go

Wertung: * *

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