Monat: Oktober 2016

 

Crow, The

The Crow Soundtrack Cover

1994, Graeme Revell: schaurig-melancholische Klang- und Stilmischung

Kurzkritik: Das Album eröffnet mit gestopften Trompeten, dazwischen erklingen Frauenstimmen, Gitarren heulen wie Motoren auf, neben Synthesizern treten plötzlich lyrische Streicher in Erscheinung, und immer wieder gibt es orientalische Klänge und Anleihen. Die Mischung ist abenteuerlich und beschert dem Score nicht unbedingt eine fassbare Identität, aber gleichzeitig fasziniert sie irgendwie und beschwört, auch wenn man den Film lange nicht mehr gesehen hat, Bilder vor dem geistigen Auge herauf. Dabei prägen synthetische und perkussive Elemente, die an eine Treibjagd im Dschungel erinnern, den Gesamteindruck. Ausflüge ins Symphonische gibt es bei Revell kaum (Remembrence), musikalisch interessant ist der Score daher nur beschränkt, aber sehr gelungen ist die zum Film passende düster-melancholische Grundstimmung, die durch vereinzelte Lichtblicke (Rain Forever) kontrastiert wird.

Highlights: Birth of a Legend – Remembrance – Rain Forever – Tracking The Prey – Believe In Angels – On Hallowed Ground – Inferno – Return To The Grave

Wertung: * * *

3-star-rating

Facebooktwittergoogle_pluspinteresttumblr

Blade

1998, Mark Isham: düsterer Mix aus unbehaglichen Chören und elektronischen Pulsgebern

Kurzkritik: Blade ist eine der frühen und besseren Marvel-Verfilmungen, vertont vom Vollprofi Mark Isham, der hierfür ein symphonisches Orchester mit originellen elektronischen Klängen sowie viel Bass & Drums bedient, wobei die Synthese aus beiden Welten überraschend ausgewogen ist (klanglich aber nicht mit heutzutage üblichen Standards mithalten kann). Es gibt so etwas wie ein Hauptmotiv, das sich durch den Score zieht und möglicherweise das Hauptthema von Daredevil (TV) inspiriert hat. Leider geht es in den langweiligen Klangtapeten eher unter, die insbesondere die erste Hälfte des Scores prägen. Erst gegen Ende fährt Isham Drama und Action auf, mit bombastischen Akkorden und infernalischen Chören, die in Sachen Unbehagen locker mit The Omen mithalten können (The Bleeding Stone). Musikalischen Fluss, übergreifende Struktur oder thematische Tiefe bietet der Score leider nicht; lediglich die Bildhaftigkeit mancher Szenen fasziniert, insbesondere wenn man den Film noch vor Augen hat.

Highlights: Intruder – Temple of Light – The Bleeding Stone – The Blood God

Wertung: * *

3-star-rating

Facebooktwittergoogle_pluspinteresttumblr

Wolverine, The

Wolverine Soundtrack Cover

2013, Marco Beltrami: dramatisches Actionwerk mit japanischem Anstrich

Kurzkritik: Ich beginne gerade, Marco Beltrami als Komponisten sehr zu schätzen. Seine strukturierte, rationale Kompositionsweise und die konzise, kristallklare Instrumentation sprechen den Goldsmith-Fan in mir an, wiewohl seine Musiken, so auch The Wolverine, großteils kühl und distanziert rüberkommen und eine gewisse lyrische, romantische Komponente missen lassen. Am Ende ist es ein wohl kalkulierter Action-Score mit viel japanischer Percussivität und weniger exotischen Elementen als man vermuten würde. Das Hauptthema ist zu selten zu hören und hat sein großes Entré auch erst in der zweiten Hälfte des Albums, (überhaupt ist die erste Hälfte etwas antiklimaktisch). Dafür wird es am Ende in Where to? nochmal schön herausgearbeitet. Momente großen Dramas sind vorhanden (The Hidden Fortress), ebenfalls introspektive Passagen, beide ebenso überzeugend wie die spannungsgeladenen Crescendi und Actionfuriosi drum herum. The Wolverine macht meines Erachtens fast alles richtig, nur das gewisse Etwas geht dem Score leider ab.

Wertung: * * *

Highlights: Logan’s Run – Funeral Fight – Two Handed – Bullet Train – Abduction – Ninja Quiet – Kantana Surgery – The Wolverine – The Hidden Fortress – Silver Samurai – Sword of Vengence – Dreams – Where to?

Facebooktwittergoogle_pluspinteresttumblr
© 2018: CREARTISTIC Soundtracks und Filmmusik | KABBO Theme by: D5 Creation | Powered by: WordPress