Monat: März 2017

 

Congo

Congo Soundtrack Cover

1995, Jerry Goldsmith: oberflächliche, aber kraftvolle Abenteuermusik mit exzellenten Höhepunkten

Wertung: Dass ich ein Goldsmith-Fan bin, gebe ich stolz zu. Dass Congo zu meinen Lieblings-Soundtracks gehört, darauf bin ich nur bedingt stolz. Warum? Weil weder der Film ein Ruhmesblatt ist, noch der Soundtrack große Emotionalität oder Originalität bietet. Aber: Die Erfahrung, die Jerry Goldsmith zu diesem Zeitpunkt in fast einem halben Jahrhundert Filmscoring entwickelt hatte, ließ ihn in Congo zu einer Höchstform an Routine und Energie auflaufen. Obwohl ich den Film nur einmal genossen habe, sehe ich beim Hören des Albums heute noch Szenen vor meinem geistigen Auge, was für die Bildhaftigkeit von Goldsmiths Musik spricht. Das Hauptthema aus Spirit of Africa ist zudem traditionell aufgebaut und extrem memorabel. Seine Kraft entfaltet sich in seinen symphonischen, von Bläsern getragenen Zitaten in Bail Out oder Kahega. Á propos kraftvoll: Goldsmith greift  auch tief in die Percussion-Kiste und ergänzt sein symphonisches Arrangement um ein veritables Set an wummenden Buschtrommeln (Deep Jungle). Mein persönliches Highlight ist Hippo Attack, ein schöner, strukturierter Action-Track, der sich langsam aufbaut und ebenso bedächtig wieder ausläuft – ein Beispiel dafür, wie man auch beim Film Musik mit Struktur schaffen kann. Über das etwas belanglose Amy’s Theme und seine Auftritte in einigen „Zwischentracks“ spreche ich nicht weiter und weise lieber auf die extreme Begeisterung und Energie hin, die in diesem Soundtrack mitschwingt und einen derart uninspirierten Film wahrlich nicht verdient hat.

Highlights: Spirit of Africa – Bail Out – Deep Jungle – Hippo Attack – Crash Site – Gates of Zinjh – Amy’s NIghtmare – Kahega – End Credits

Wertung: * * * * (Original Varése Album)

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Indiana Jones and the Temple Of Doom

1984, John Williams: unerreichtes Feuerwerk an Action, Abenteuer, Themen und musikalischen Ideen

Kurzkritik: Indiana Jones and the Temple Of Doom ist für mich der absolute Prototyp eines gelungenen Abenteuerscores. Es gibt Action, Romantik, Exotik und ein Kaleidoskop von Stimmungen. Mit Bedacht verwendet John Williams den genialen Raiders‘ March aus Raiders Of The Lost Ark und ergänzt das leitmotivische Material um zahlreiche kräftige Themen wie etwa das asiatisch-exotisch anmutende Thema für Short Round oder das herrlich-altmodische Love Theme (in voller Länge in den End Credits enthalten) für die Haß-Liebe-Beziehung zwischen Dr. Jones und Nachtclubsängerin Willie. Damit nicht genug, verstärkt auch noch das kraftvolle Thema aus Slave Children’s Crusade das melodische Rückgrat dieses durchwegs symphonischen und äußerst energetischen Scores. Die musikalischen Ideen sind schier endlos, von schillernden Dissonanzen (Bug Tunnel) und flirrenden Figuren (Mine Car Chase) bis hin zu verstörenden Chören (The Temple Of Doom) oder romantisch-lustigen Pizzicati (Nocturnal Activities). Niemals hat ein Abenteuerscore davor – oder auch danach – diese musikalische Tiefe und Abwechslung erreicht. Ein Meisterwerk!

Highlights: Anything Goes – Fast Streets Of Shanghai – Slalom on Mt. Humol – Short Round’s Theme – Nocturnal Activities – Bug Tunnel/Death Trap – Children In Chains – Short Round Escapes – Slave Children’s Crusade – The Mine Car Chase – End Credits

Wertung: * * * * *

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Kong: Skull Island

2017, Henry Jackman: leicht depressiver Abenteuerscore ohne große Themen

Kurzkritik: Henry Jackman ist für mich ja so etwas wie der moderne Goldsmith. Seine Fähigkeit zu tragenden Themen hat er schon mehrfach bewiesen (z.B. in Kingsman), sein Kolorit ist ebenfalls abwechslungsreich (man vergleiche bloß Man In The High Castle mit Pixels), und sein Kompositionsstil ist klar und nachvollziehbar strukturiert (sogar in tristen Werken wie 5th Wave). Daher hatte ich mir von Kong: Skull Island große musikalische Bilder und epische Abenteuermusik erwartet, wurde aber nur teilweise bedient. Die erste Hälfte des Scores ist wenig episch, sondern auf Gitarrensounds und Effekten aufgebaut und lässt nur bescheiden erahnen, was noch kommen mag. Bis es soweit ist, schnarcht man geduldig vor sich hin, begleitet von einsamen Gitarren, die ziellos durch das Stereopanorama wabern. Erst im großen symphonischen Finale erwacht man als Zuhörer, welches mit The Battle Of Skull Island ordentlich an Fahrt aufnimmt und mit dem emotional-dramatischen King Kong beschließt. Gerne hätte sich das gesamte Album so anhören dürfen, anstelle der zuvor erwähnten Melange aus moderner Füll-Musik und Effekt-Hascherei. Dass das melodische Material sein Potenzial kaum entfaltet und der wunderbar-konzisen Instrumentierung hinterher hinkt, ist nur ein weiterer Grund, diesen Score als verschenkte Chance zu betrachten. Das soll aber nicht heißen, dass die Musik schlecht wäre. Kong Skull Island ist eben guter Durchschnitt, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Highlights: The Beach – Project Monarch – The Island – Monsters Exist – Spider Attack – Grey Fox – Marlow’s Farewell – Ambushed – Man vs. Beast – The Battle Of Skull Island – King Kong

Wertung: * * *

3-star-rating

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