Tokyo Ghoul

2017, Don Davis: stilsicher, düster, romantisch Don Davis‘ Name ist dieser Tage nicht mehr so oft zu hören wie zu Matrix-Zeiten, aber dieser Score ist definitiv ein kräftiges Lebenszeichen. Davis wartet mit einem handwerklich perfekten, im Kern ziemlich altmodischen symphonischen Score auf, der nur punktuell und vielleicht sogar deshalb sehrRead More

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Justice League

2017, Danny Elfman: brave Superhelden-Ostinato-Melange mit viel Pomp und wenig Pfiff Viel wurde geschrieben und getwittert über Danny Elfmans Engagement im DCEU, und groß waren die Erwartungen, zumal schon früh verraten wurde, dass er gedenke, alle möglichen Themen – inklusive seines eigenen Batman Theme – in Justice League zusammen zuRead More

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Willkommen in der Welt der Film-, Serien- und Videospielmusik! Meine Empfehlungen:



Happy Death Day

2017, Bear McCreary: einnehmende, fesselnde und bildhafte Thriller-Musik

Happy Death Day scheint sich um eine junge Frau zu drehen, die den Tag ihrer Ermordung mehrmals durchlaufen muss, bis sie ihren Killer identifizieren kann. Der überaus schillernde, stilistisch vielseitige Soundtrack von McCreary ist frisch und voller origineller Ideen. Wiederkehrende Themen und Motive bilden einen roten Faden, um den herum die Musik variiert, wie auch die Zeit, die das Opfer im Film durchlebt, zu Varianten desselben Tages wird. McCreary verbindet in diesem Score orchestrale Klangfarben und traditionelle Symphonik mit modernen Effekten (wie von ihm zu erwarten war), allerdings liegt der Fokus in diesem Album auf der synthetischen Seite. Eintönigkeit kommt dabei nicht auf, im Gegenteil: Happy Death Day ist bildhaft und abwechslungsreich, emotional ergreifend, mal leichtgängig, mal voller Suspense, und am Ende ein temporeiches Furioso, bei dem wieder einmal klar wird, dass McCreary zu den ganz großen, talentierten Komponisten Hollywoods gehört.

Wertung: * * * *

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American Assassin

2017, Steven Price: symphonische Electronica mit wenig Abwechslung

Ich muss vorausschicken, dass ich mit Steven Price’s Werken nicht sehr vertraut bin. Ich war überrascht von der thematischen Qualität von Suicide Squad, und ich kann nur mutmaßen, dass Gravity nicht schlecht sein kann, zumal dieser Score seinem Schöpfer einige Preise, darunter auch einen Academy Award, eingebracht hat. So waren meine Erwartungen an American Assassin doch einigermaßen intakt. Der Anfang enttäuscht auch nicht: Es gibt einiges an Soundkulisse, einnehmenden Harmonien und kräftigen Crescendos á la Inception, woran man sich durchaus gewöhnen könnte, auch wenn schnell klar wird, dass das keine Filmmusik der großen Themen wird. Der Sound ist breit und stellenweise scharf, eine Mischung aus Electronica und symphonischem Orchester, welches später im Album phasenweise anmutet, als hätte es ein DJ in die Mangel genommen. All das ist per se noch kein Grund wegzuschalten, aber die Eintönigkeit nimmt allmählich deutlich überhand und löst bei mir ab dem achten Track den Wann-ist-das-denn-endlich-vorbei-Effekt aus, den das versöhnende Ende des Albums kaum mehr gutmachen kann. Interessanterweise fühle ich mich beim Hören auch eher in einem Science Fiction Film als in einem Actionthriller, was nicht unbedingt für die Bildhaftigkeit des Scores spricht, mich aber jedenfalls dazu animieren wird, diesen Score noch einmal zu hören, wenn ich den Film gesehen habe.

Referenztrack: Mitch Rapp

Wertung: * *

2-star-rating

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Kubo and the Two Strings

Kubo and the two Strings Soundtrack Album Cover

2016, Dario Marianelli: liebevoll und meisterhaft instrumentiertes Animationsabenteuer mit viel Abwechslung

Kurzkritik: Kubo ist mein erster Soundtrack von Dario Marianelli und ein wirklich großartiges Entré für den Komponisten in meine persönliche Welt der Soundtracks. Der Sound ist glasklar, die symphonische Instrumentierung abwechslungsreich, und die Vielfalt der Emotionen und Bilder, die auch den (zeitweise etwas langatmigen, aber insgesamt sehr schönen) Film prägen, kommt perfekt in der Musik zur Geltung. Marianelli wirft mit Klangfarben nur so um sich und verfällt kaum in das Genre-typische Mickey Mousing. Interessant fand ich, dass die asiatische Stilistik in Kubo vergleichsweise dünn ausfällt – von ein paar instrumentalen Anleihen abgesehen ist der Soundtrack – aus meiner Sicht leider – eher westlich geprägt. Jedenfalls spürt man Potenzial für Großes, weshalb ich mich dem allgemeinen „Buzz“ anschließe und Kubo als überdurchschnittlich bewerte. Ich gebe aber zu, dass da ein paar Vorschusslorbeeren dabei sind, zumal mir die Themen etwas zu wenig greifbar sind und die musikalische Identität des Komponisten – er scheint in jeder Stilistik bewandert zu sein – noch nicht so recht klar ist. Möglicherweise wird sich das aber bald ändern, denn nach diesem hervorragenden Album habe ich vor, noch mehr Dario Marianelli Scores zu hören.

Highlights: The Impossible Waves – Kubo Goes To Town – Story Time – Meet The Sisters! – Above And Below – Monkey’s Story – Hanzo’s Fortress – United-Divided – Showdown With Grandfather – Rebirth

Wertung: * * * *

rating04

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