American Assassin

2017, Steven Price: symphonische Electronica mit wenig Abwechslung Ich muss vorausschicken, dass ich mit Steven Price’s Werken nicht sehr vertraut bin. Ich war überrascht von der thematischen Qualität von Suicide Squad, und ich kann nur mutmaßen, dass Gravity nicht schlecht sein kann, zumal dieser Score seinem Schöpfer einige Preise, darunterRead More

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Kubo and the Two Strings

2016, Dario Marianelli: liebevoll und meisterhaft instrumentiertes Animationsabenteuer mit viel Abwechslung Kurzkritik: Kubo ist mein erster Soundtrack von Dario Marianelli und ein wirklich großartiges Entré für den Komponisten in meine persönliche Welt der Soundtracks. Der Sound ist glasklar, die symphonische Instrumentierung abwechslungsreich, und die Vielfalt der Emotionen und Bilder, dieRead More

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Willkommen in der Welt der Film-, Serien- und Videospielmusik! Meine Empfehlungen:



Uncharted: The Lost Legacy

2017, Henry Jackman: fantasieloses, schwermütiges Gebrummel mit wenigen Höhepunkten

Kurzkritik: Was freute ich mich doch auf dieses Album, zumal ich ein großer Fan von Henry Jackman bin. Mit Uncharted 4 brachte er 2016 einen überraschend erfreulichen Abenteuer-Score hervor, doch dieser Ableger verliert im Vergleich dazu veritabel. Die ersten Minuten des Albums sind repräsentativ für den Rest: dumpfes Gebrummel mit „gefährlich-orientalischen“ Oud-Einlagen und viele, lange gehaltene Töne, meistens durch tremolierende Streicher. Nein, es ist nicht alles schlecht an diesem Score, aus meinen Worten spricht allerdings schwere Enttäuschung darüber, dass hier wieder einmal ein fantastischer Rahmen mit generischen Ansätzen gefüllt wurde. Positiv erwähnen darf man die Action-Cues, die Jackman routiniert, beinahe meisterhaft komponiert und sein immer wieder durchscheinender Versuch, eine musikalische Thematik zu etablieren. Im Rückblick ist es aber genau das, was dem Score fehlt: eine musikalische Identität.

Highlights: Chloe Frazer – Shift Change – Ambushed – This Tiger’s Got Claws – Chamber Of The Kings – End Of The Line – The Lost Legacy

Wertung: * *

2-star-rating

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War For Planet Of The Apes

WarForPlanetOfTheApes Soundtrack Album Cover

2017, Michael Giacchino: starker, bildgewaltiger Angriff auf den Filmmusik-Mainstream

Kurzkritik: Bis auf Doctor Strange und Rogue One hat mich bisher noch kein Giacchino-Album so richtig aus den Schuhen geblasen, aber War For Planet Of The Apes ist für mich der untrügliche Beweis, dass Giacchino zu wahrhaft Großem fähig ist. Das angenehm Erfrischende an diesem Album liegt darin, dass Giacchino die Freiheit bekommen – und genutzt! – hat, einen symphonischen Soundtrack fernab kontemporärer Klischees zu komponieren. Keine endlosen Streicher-Ostinati, keine kitschigen Hörner-Passagen, kein Endlosschleifen-Getrommel. Im Gegenzug verneigt er sich vor den Altvätern der Filmmusik: Ich höre starke, sich wiederholende Motive und muss an John Barry denken. Tanzbare Rhythmen mit chromatischen Figuren erinnern mich an Henry Mancini, und die eine oder andere avantgardistische Passage lässt sofort das Original von Jerry Goldsmith ins Bewusstsein kommen. Auf die Schnelle habe ich 4 Themen/Motive gefunden, die allesamt gut (wenn auch nicht ausgezeichnet) sind und einen schönen roten Faden bieten. Die Abwechslung ist groß – von dramatischen Chören über dissonante Cluster bis hin zu rhythmischen Passagen ist alles dabei. Kein Track ist wie der andere – es entstehen tatsächlich Bilder im Kopf. Keine Frage, mit War For Planet Of The Apes hat Giacchino das Korsett des derzeitigen Mainstream nicht nur gesprengt, sondern diesen deutlich in seine Schranken verwiesen. Schade, dass es so etwas Spezielles heute nur noch selten gibt. Tipp: Beim Hören unbedingt die u.a. Playlist verwenden – so kann man einige Längen im Album vermeiden.

Highlights: Assault of the Earth – Exodus Wounds – The Bad Ape Bagatelle – Don’t Luca Now – Apes Together Strong – A Tide in the Affairs of Apes – Planet of the Escapes – Paradise Found – End Credits

Wertung: * * * *

rating04

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Dunkirk

2017, Hans Zimmer: flache, kalte Wall-of-Sound ohne jeden Reiz

Kritik: Hans Zimmer hat hoch gepokert – und verloren. Was meine ich damit? Seit Jahren fördert Zimmer in der Filmmusik einen Trend, der weg geht von der nuancierten Komposition orchestraler Musik hin zum Sound Design, v.a. unter Verwendung immer ausgeklügelterer Synthesizer und Samples. Der Meister selbst hat einmal gesagt, Synthesizer seien für ihn das probatere (ich glaube sogar er verwendete das Wort „menschlichere“) Mittel, weil sie unmittelbar seine musikalische Vision realisieren könnten, während – so nun meine Interpretation – die Umsetzung durch Orchester offenbar eine unerwünschte Transformation darstellt. Nun ja, ich finde es legitim, dass er aus diesem Ansatz seine eigene Marke geschaffen hat. Was ich aber seit Jahren mit Besorgnis verfolge, ist, dass er mit dieser seiner Marke den Markt dominiert und Heerscharen von Remote Control-Komponisten dazu aufruft, „sein“ Weltbild von wie Filmmusik zu klingen habe, zu übernehmen und zu propagieren. Irgendwann zwischen 2000 und 2010 gab es dann schließlich den Turning Point, ab dem das Publikum schon so gewohnt war, Zimmer-esque Sounds zu hören, dass es zum Standard wurde. Komponisten symphonischer Filmmusik müssen sich schon fast für ihren altmodischen Sound schämen, und nur einige wenige schaffen es geschickt, die Bedürfnisse nach fettem Sound, pulsierenden Rhythmen und schillernden Klängen auch mit einem Orchester zu erfüllen. Den Kollateralschaden, dass große Themen und Melodien mittlerweile aus der Mode gekommen sind, können allerdings auch sie nicht wieder gut machen. Auf der anderen Seite haben wir den Komponisten Hans Zimmer, der immer mehr reduziert (siehe meine Rezension zu Batman Begins), fast schon minimiert oder vielleicht sogar ökonomisiert. Lobenswert ist sicherlich sein Bestreben, Neues zu kreieren und die Grenzen des Bewährten zu strapazieren, und dies schlägt auch schon die Brücke zu Dunkirk, wo er mit gesampletem Uhrticken und Rotorgeräusch versucht, eine Art permanente Grundspannung aufzubauen. Damit endet aber auch bereits die Originalität. Der Rest ist ein nicht enden wollender, in sich bewegter, aber höhepunktsloser und absolut undramatischer Klangteppich aus kalten, pulsierenden Sounds, verbunden durch langgedehnte Streicher und Hörnerakkorde. Ich fühle nichts, wenn ich die Musik höre, ich sehe auch keine Bilder vor mir – nichts fliegt, schwimmt, kämpft, eilt, liebt, ängstigt sich. Üblicherweise stellt Hans Zimmer die Bedürfnisse des Films weit über die musikalischen Ansprüche, hier aber dominiert der prätentiöse Versuch, originell zu sein und etwas zu schaffen, das in dieser Form noch nicht dagewesen ist. Leider überspannt Zimmer aber den Bogen: Der Soundtrack bietet keine Abwechslung, ich gehe sogar so weit zu sagen: er nervt. Er fasziniert in keiner Weise, bietet keine musikalischen Werte, vermittelt keine Emotion und – was besonders tragisch ist – auch keinerlei Spannung. Aber vielleicht dürfen wir alle über diesen monumentalen Flop froh sein, denn er könnte dazu führen, dass Filmemacher erkennen, was herauskommt, wenn Zimmers Vision zu Ende gedacht wird. Vielleicht wird nun erkannt, dass Maschinen keine menschlichen Gefühle erzeugen, sondern uns bestenfalls manipulieren können, während auch in 100 Jahren noch symphonische Orchester die Fähigkeit haben werden, uns als Filme- und Musikliebhaber im Innersten unserer Seele zu berühren.

Highlights: keine

Wertung: *

1-star-rating

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