Schlagwort: 1995

 

Gold Diggers – The Secret of Bear Mountain

1995, Joel McNeely: hinreißende, kraftvolle Abenteuermusik mit viel Gefühl und Melodie

Da kommt Nostalgie auf! Ich habe den Film Gold Diggers, in dem zwei Mädchen (Anna Chlumsky und Christina Ricci) auf Schatzsuche gehen, zuletzt vor über 20 Jahren gesehen und erinnere mich, dass ich die Filmmusik damals bereits herausragend fand. Allerdings kreuzte das Album erst heute meinen Weg, und es ist nicht nur die rosarote Brille der Vergangenheit, die es mich über den Klee loben lässt. Joel McNeely hat hier wirklich alles reingepackt, was man als Komponist aufbieten kann: eingängige (und doch angenehm zurückhaltende) Themen, kristallklare Orchestrierung, kraftvolle ebenso wie liebliche Szenen, romantische Lagerfeuer-Atmosphäre ebenso wie reißende Flüsse und natürlich Musik zu tollen Landschaften – immer ein Katalysator für große Filmmusik. Stilistisch ist Gold Diggers ganz dem symphonisch-konservativen Bereich zuzuordnen, mit einer melodischen Prise Broughton, einem harmonischen Hauch Goldsmith und der orchestralen Gravitas eines John Williams. Nur stellenweise wird gezupft und gefiedelt, aber selbst das bereichert das ohnehin bereits äußerst abwechslungsreiche Klangbild. Für mich eine absolute Perle!

Wertung: * * * * *

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Nick of Time

1995, Arthur B. Rubinstein: genialer musikalischer Thrill mit instrumentaler Präzision eines Uhrwerks

Genre: Echtzeit-Thriller

Kurzkritik: Rubinstein’s Score zu Nick of Time ist kein gewöhnlicher Thriller-Score. Der routinierte Altmeister verfährt mit dem Orchester vielmehr, als wäre es sein persönliches Instrument. Glasklar, intelligent und höchst präzise arbeitet es sich direkt in das Gehirn des Zuhörers und verursacht eine kribbelnde Ungeduld mit einer Vielzahl an orchestralen Klängen und Stimmungen, wobei Harfen, Glockenspiele aller Art und auch der eine oder andere aus heutiger Sicht etwas veraltete Synthesizer das erfreulich ausgewogene Klangbild prägen (anstatt den Zuhörer mit dumpfen Beats zu deprimieren). Der Score ist harmonisch und kompositorisch höchstkomplex, fast schon intellektuell, und er bietet ein Kaleidoskop an Instrumentierungen, obwohl die gesamte Holzbläsersektion ausgespart wurde. Thematisch ist er reduziert und funktional, basiert er doch auf wenig mehr als einer kleinen absteigenden Sekund, die sich wie ein unterdrückter Hilfeschrei durch das Album zieht. Kontrastiert wird dieses Hauptthema von kindlich-harmlosen Motiven, die man so oder ähnlich auch schon in 1980er-Scores von Jerry Goldsmith oder Richard Band hätte hören können und die einen angenehm daran erinnern, welch hohen Stellenwert das kompositorische Handwerk früher hatte. Gleichwohl ist Nick of Time ein kühler, rationaler Score, der, für sich selbst betrachtet, wenig emotionalisiert und eher auf einer analytischen Ebene begeistert. In diesem Licht ist auch die Wertung zu sehen.

Highlights: Main Title – Say It, What A Ride – Being Watched – Videoed – Spotting The Van, Ambushing the Van – Krista Killed – As Long As She’s Okay – Quick Change – Shooting The Governor – Meanwhile in The Van, Ain’t Payin‘ You Nothin‘ – Finale – End Credits

Wertung: * * * *

3-star-rating

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Congo

Congo Soundtrack Cover

1995, Jerry Goldsmith: oberflächliche, aber kraftvolle Abenteuermusik mit exzellenten Höhepunkten

Wertung: Dass ich ein Goldsmith-Fan bin, gebe ich stolz zu. Dass Congo zu meinen Lieblings-Soundtracks gehört, darauf bin ich nur bedingt stolz. Warum? Weil weder der Film ein Ruhmesblatt ist, noch der Soundtrack große Emotionalität oder Originalität bietet. Aber: Die Erfahrung, die Jerry Goldsmith zu diesem Zeitpunkt in fast einem halben Jahrhundert Filmscoring entwickelt hatte, ließ ihn in Congo zu einer Höchstform an Routine und Energie auflaufen. Obwohl ich den Film nur einmal genossen habe, sehe ich beim Hören des Albums heute noch Szenen vor meinem geistigen Auge, was für die Bildhaftigkeit von Goldsmiths Musik spricht. Das Hauptthema aus Spirit of Africa ist zudem traditionell aufgebaut und extrem memorabel. Seine Kraft entfaltet sich in seinen symphonischen, von Bläsern getragenen Zitaten in Bail Out oder Kahega. Á propos kraftvoll: Goldsmith greift  auch tief in die Percussion-Kiste und ergänzt sein symphonisches Arrangement um ein veritables Set an wummenden Buschtrommeln (Deep Jungle). Mein persönliches Highlight ist Hippo Attack, ein schöner, strukturierter Action-Track, der sich langsam aufbaut und ebenso bedächtig wieder ausläuft – ein Beispiel dafür, wie man auch beim Film Musik mit Struktur schaffen kann. Über das etwas belanglose Amy’s Theme und seine Auftritte in einigen „Zwischentracks“ spreche ich nicht weiter und weise lieber auf die extreme Begeisterung und Energie hin, die in diesem Soundtrack mitschwingt und einen derart uninspirierten Film wahrlich nicht verdient hat.

Highlights: Spirit of Africa – Bail Out – Deep Jungle – Hippo Attack – Crash Site – Gates of Zinjh – Amy’s NIghtmare – Kahega – End Credits

Wertung: * * * * (Original Varése Album)

rating04

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