Schlagwort: 2006

 

Inside Man

Inside Man Soundtrack Cover

2006, Terence Blanchard: super-coole Heist-Musik mit der Gravitas eines James Bond-Scores

Kurzkritik: Spike Lee’s Bankraub-Geiselnahme-Heist-Movie ist nicht nur eine coole Geschichte, sondern hat auch einen eingängigen, klanglich sehr distinkten Soundtrack. Der Film beginnt mit dem seltsamen, aber äußerst einnehmenden Song Chaiyya Chaiyya und schwenkt dann bald auf symphonische Gravitas über. Blanchards Musik basiert auf einem Wechsel von komplexen Harmonien, getragen von kristallklaren, kraftvollen Blechbläsern, die immer wieder Weitwinkel-Aufnahmen begleiten und mich schon sehr (positiv) an die alten Bond-Scores erinnert haben. Dazu gibt es coole, zum Teil sogar funky Basslinien und Schlagzeug (nicht aus der Dose, sondern so richtig echt und groovy). Nur beim Saxophon, das zuweilen eine lässig-sexy Note einbringen soll, bin ich mir nicht sicher, ob es nicht zu viel des Guten ist. Blanchards Hauptthema ist sicherlich das Highlight des Scores. Es kommt in verschiedenen Klangfarben und Tempi und dominiert das Album, letztendlich sind die Varianten aber überschaubar und ab der zweiten Hälfte stellt sich beim Hören eine gewisse Ermüdung ein, zumal die Musik, sobald sie „handlungsorientiert“ wird, nicht annähernd so inspiriert rüber kommt. Insgesamt spricht das für eine kondensierte Variante des Albums als Playlist, die aber – ich garantiere! – mit großem Genuss verbunden ist!

Highlights: Ten Thirty – Thrown A Bone – Stevie Switcharoo – Dalton’s World – 357 – 2nd Floor Window – Above Your Pay Grade – (Frazier’s Tour) – Nazis Pay Too Well – Nice Talking To You – Hostage Takedown – Follow The Ring – Good And Ready – Chaiyya Chaiyya

Wertung: * * * *

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Firewall

Firewall Soundtrack Cover

2006, Alexandre Desplat: symphonisch, elegant und temporeich

Kurzkritik: Firewall war kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber er bot Elemente für einen spannenden, abwechslungsreichen Thriller-Soundtrack: Technologie, Heist, Suspense, Action und eine zerstörte Idylle – was will man mehr? Alexandre Desplat lieferte hierzu 2006 einen seiner ersten Hollywood-Sound-Soundtracks ab, und ich weiß noch, dass mir die Musik im Kino auffiel, obwohl ich Desplat damals nicht kannte. Die Musik ist spannungsgeladen, mal ruhig, mal bombastisch, immerzu harmonisch komplex und in sich wiederholenden Mustern und Phrasen konstruiert. Satz und Instrumentation sind konzise und farbenfroh, keine Sektion des Orchesters kommt zu kurz. Rhythmus spielt eine große Rolle, wenn auch nicht unbedingt als moderner Percussion-Layer, vielmehr wandert die Rolle des Taktgebers durch die Instrumentengruppen. Thematisch ist Firewall kein Überflieger, was insofern schade ist, als Desplat sich in späteren Jahren durchaus als kompetenter Themenschreiber herausgestellt hat. Was bleibt, ist ein spannender, an Goldsmith gemahnender Thriller-Score mit angenehm konservativem Klangbild.

Highlights: Firewall – Breaking In – The Bank – The Camera Dances – The Epi-Pen – The Family Theme – Escape From The Bank – Looking For Help – The Fight – Together Again

Wertung: * * *

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Pan’s Labyrinth

PansLabyrinth

2006, Javier Navarrete:: surreal und superb

Kurzkritik: Selten habe ich einen derart einnehmenden Soundtrack gehört. Javier Navarrete hat für den düsteren, fantastischen Film eine kongeniale Symphonie voller Traurigkeit und Hoffnung geschaffen, die alleine durch das leitmotivische 2-teilige Hauptthema (Lullaby) besticht. Aber auch davon abgesehen ist der Score eine unglaublich komplexe und meisterhaft orchestrierte Komposition, die nicht nur die Notwendigkeiten des Films erfüllt, sondern in ihrer musikalischen Tiefe und Melodik für den Konzertsaal geschrieben sein könnte. Mich persönlich haben vor allem die Suspense-Szenen (Not Human) beeindruckt, deren Dramatik und Kraft einem sogar beim Zuhören regelrecht die Kehle zuschnürt.

Highlights: Long Long Time Ago – Rose, Dragon – The Fairy And The Labyrinth – The Moribund Tree And The Toad – A Book Of Blood – Mercedes Lullaby – Not Human – A Tale – Pan And The Full Moon – A Princess – Pan’s Labyrinth Lullaby

Wertung: * * * * *

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