Schlagwort: 2010

 

Wolfman

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2010, Danny Elfman: dunkles, grummelndes Kabinettstückchen mit sehr gutem Hauptthema

Kurzkritik: Der Beginn des Albums (Wolf Suite) setzt den Ton für den gesamten Soundtrack: Solo Streicher, grummelnder Bass und ein Hauptthema, das entfernt an John Williams‘ Dracula erinnert, aber doch deutlich weniger romantisch ausfällt, ja, fast brutal wirkt im Vergleich. Tragendes Element ist das Cello, die Melodie ist genial einfach und vielseitig, und die ersten paar Noten halten als Motiv den gesamten Score zusammen. Die Musik ist – wie von Danny Elfman nicht anders zu erwarten – sehr düster, zeitweise sogar freudlos und deprimierend, obgleich meisterhaft orchestriert. In den wenigen Actionszenen von Wolfman läuft Elfman zur Hochform auf, mit schnellen, wilden Passagen, die ich persönlich sehr erfreulich fand, obgleich sie für mich als Elfman-Fan auch wenig Neues boten.

Highlights: Wolf Suite Pt 1 – Dear Mr. Talbot – Bad Moon Rising – Gypsy Massacre – First Transformation – Country Carnage – Reflection / 2nd Transformation – The Traveling Montage – Wolf Wild #2

Wertung: * * *

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Karate Kid (2010)

karatekid

2010, James Horner: farbenfroh, höchst energetisch, mit emotionaler Tiefe

Kurzkritik: Völlig anders im Ton als Bill Contis Beitrag für das 80er-Jahre-Original, ist Horners Musik ernsthaft, dramatisch, symphonisch und eine unbewusste Reverenz an seine frühen Jahre. Asiatische Stilmittel gibt es nur andeutungsweise, denn es geht nicht um pseudo-asiatische Martial Arts, sondern um persönliches Wachstum. Das ist Horners große Stärke, und wie immer beginnt alles mit unschuldigen Melodien und viel instrospektiver Musik. Während man das Album hört, wird die Musik immer heller und farbenfroher, und zum Glück hält sich die Melancholie in Grenzen. Es gibt sogar komische Passagen (Looking for Mr Han), ätherische (Kung Fu Heaven) und moderne, perkussive (Hard Training). Beim (recht langen) Hauptthema bin ich innerlich gespalten: Es ist beschränkt memorabel und besteht aus verschiedenen Teilen, die irgendwie den Eindruck erwecken, als gehörten sie nicht recht zusammen. Eine Ähnlichkeit zu Avatar ist nicht von der Hand zu weisen, doch als Horner-Fan ist man Selbstzitate ja gewohnt und liebt die Musik dennoch. Eines noch: In diesem Score fiel mir ganz besonders auf, was für ein großartiger Sounddesigner Horner eigentlich war. Nicht nur innerhalb des symphonischen Orchesters passt alles perfekt zusammen, sondern auch ethnische Instrumente, Synthesizer, Schlagwerk und Percussion sind perfekt eingebunden. Ein Fest für die Ohren!

Highlights: Leaving Detroit – The Lunchroom – Looking for Mr Han – Kung Fu Heaven – Hard Training – Han’s Kung Fu – Mei Ying’s Kiss – Jacket On, Jacket Off – From Master to Student to Master – Final Contest

Wertung: * * * *

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Caprica

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2010, Bear McCreary: thematisch stark, mit großen Höhepunkten, aber auch mit Längen

Kurzkritik: Was haben ein Familiendrama, Industriespionage, Terroristen und Teenager in virtuellen Realitäten gemeinsam? Nichts, außer McCreary’s Soundkulisse und das melodische Material, welches über die gesamte Serie konsistent bleibt und Caprica Charakter verleiht. Im Zentrum des TV Scores steht das Hauptthema mit seinen ersten 5 Noten als Kernmotiv. McCreary verändert es ständig und webt den gesamten Soundtrack herum (New Cap City). Zurecht, denn es ist das beste TV Thema, das ich in Jahren gehört habe. Es ist melodisch, dramatisch, einzigartig in puncto Instrumentation, harmonisch komplex und vielseitig. Der Rest des Soundtracks ist „pseudo-symphonic industrial“. Schlüsselelemente sind metallische Synthesizer und Drums, aber auch die Soloflöte, welche utopische Anderweltlichkeit und Einsamkeit mit sich bringt. Caprica ist eine handwerklich gute Komposition mit großen dramatischen Höhepunkten (Apotheosis), aber auch mit langwierigen Tracks und Redundanzen, die man am besten mit einer geeigneten Playlist überspringt.

Highlights: Caprica Main Theme – New Cap City – Lacey and the Cylon – Grieving (alternate) – Cerberus Dance (Demo) – Lacey and Zoe (expanded) – Apotheosis – The Differently Sentient – New Cap City Theme – Amanda’s Epiphany – The Cylon Whisperer – Tamara Kills – Waltz for Zoe – A Tauron Sacrifice (expanded) – Caprica Theme (sketch)

Wertung: * * * *

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