Schlagwort: 2014

 

Guardians of the Galaxy

2014, Tyler Bates: unoriginelle, aber äußerst einnehmende Materialschlacht

Genre: Science Fiction Space Opera

Kurzkritik: Guardians of the Galaxy hat es gerade schwer bei mir, denn gerade vor kurzem habe ich über Cinematic Sound Radio meine Liebe zu eher seltenen und/oder unterschätzten Soundtracks entdeckt, und was es da an Perlen gibt, da kann sich Mainstream Hollywood nur davor verstecken. Gerade im Vergleich mit den dort präsentierten klassisch-orchestrierten Meisterwerken offenbart Guardians of the Galaxy einige Schwächen, allen voran eine eher abwechslungslose Instrumentierung Marke „viele Streicherostinati, aber keine Holzbläser“. Diesen Sound ist man mittlerweile von Remote Control gewöhnt, er lässt aber trotzdem traditionelle Musikliebhaber wie mich emotional eher kalt. Auf der positiven Seite steht dafür einiges: ein eingängiges, effektives Hauptmotiv, ein thematischer roter Faden, ein großer, bombastischer Klangapparat, und man kann auch nicht behaupten, dass Tyler Bates nicht sein Bestes tut, um möglichst viele Stimmungen aus dem actionlastigen, zum Teil soundmalerischen Score heraus zu holen. Am Ende aber hat Guardians dasselbe Problem wie die meisten Marvel-Filme-Soundtracks: Es bewegt sich in einem engen künstlerischen Korsett und ist deshalb auswechselbar geraten. Das heißt aber nicht, dass die Musik nicht äußerst cool ist und Spaß macht. Im Gegenteil!

Highlights: To The Stars – The New Meat – Sanctuary – The Kyln Escape – The Great Companion – The Collector – The Pod Chase – The Ballad of Nova Corps – Groot Spores – Guardians United – The Big Blast – Groot Cocoon – A Nova Upgrade

Wertung: * * *

3-star-rating

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Hercules (2014)

2014, Fernando Velázquez: altmodischer Kern, moderne Verpackung, gutes Hauptthema

Kurzkritik: Ich muss gestehen, ich hatte Velázquez nach meinem Review von Crimson Peak schon fast abgeschrieben, aber dann hörte ich seine Musik zu Hercules im Soundtrack Podcast TheScore und fand sie im Vergleich mit anderen Sword&Sandal-Musiken eigentlich verdammt gut! Das Hauptthema ist für heutige Maßstäbe unerwartet lang und hat diesen Kann-ich-nachsingen-Charakter, der für die 80er-Jahre typisch war und offenbar auch den 1976 geborenen Komponisten geprägt hat. Ich finde das und die relativ feingliedrige Orchestrierung eine angenehme Abwechslung vom immergleichen Remote Control-Sound unserer Zeit. Velázquez bettet seinen typisch symphonischen Abenteuerscore allerdings auch in ein kontemporäres Gewand, mit viel Streicher-Stakkato, Chor und Konzert-Toms und und liefert sogar Passagen ab, die vom Rest durch „Ich will hart und cool klingen“-Instrumentierung herausstechen (Kill Eurystheus), dabei aber fremder wirkt noch als die Synthese aus Orchester und Hard Rock, an der sich Joel Goldsmith in Kull The Conqueror (recht erfolgreich) versucht hat. Dennoch bleibt am Ende des Albums irgend etwas auf der Strecke – ich denke, es ist einerseits die Emotion (das mag am Film liegen), aber auch die unerfüllte Erwartung, hier etwas wesentlich Neues geboten zu bekommen. Harmonisch, rhythmisch und in puncto Klangbild ist Hercules dann doch äußerst konservativ. Das muss per se aber kein Defizit sein, und ich persönlich habe durchaus Lust bekommen, mehr von Velázquez zu hören.

Highlights: Son Of Zeus – Arrival At Lord Cotys‘ City – I Will Believe In You – Bessi-Battle – The Campfire – Training – Centaurs – Dungeon & I Am Hercules – The Statue Falls – Comrades Stand Together – End-Titles

Wertung: * * *

3-star-rating

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Two Faces of January, The

2014, Alberto Iglesias: ominöse Suspense mit Stil, aber laaangweilig

Kurzkritik: Die Musik zu diesem Patricia Highsmith-Krimi fiel mir beim Schauen des Films positiv auf, strahlte sie doch eine gewisse Tiefe und Qualität aus. Iglesias‘ Werk könnte gut und gerne auch aus einem Hitchcock-Film stammen: lange, an- und abschwellende Streicherakkorde, genretypische Ostinati, gezupften Bass und eine schnarrende Bassklarinette sowie die eine oder andere originelle Klangfarbe in einem symphonischen Orchester, das nur selten symphonisch agiert – valide Zutaten soweit. Dennoch ist das Durchhören des Albums eine triste Erfahrung für mich. Holzbläser und Gitarre führen über weite Teile das Orchester und verstärken den melancholischen Tenor, anstatt die Schönheit der Kulissen und das Winkelspiel der Charaktere zu reflektieren. Kompositorisch ist der Score keineswegs trivial, aber mit seinen Disharmonien alles andere als easy-listening, und letztendlich fehlt es schlichtweg an Bewegung: 95% des Albums ziehen sich höhepunktslos dahin, wobei man den Eindruck gewinnt, die Musik wüsste ebenso wenig wie der Zuseher, wohin die Reise geht. Auch reichte mir das Hauptthema nicht, um mich in den Bann zu ziehen. Das funktionierte vor 30 Jahren bei Goldsmith, aber nicht hier. Es bleibt – man muss es leider sagen – der Eindruck von vermeidbarer Langeweile.

Highlights: The Two Faces Of January (End Titles)

Wertung: * *

2-star-rating

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