Schlagwort: 2015

 

Man from U.N.C.L.E., The

Soundtrack Cover Man from UNCLE

2015, Daniel Pemberton: stylishe Reverenz an 60er/70er-Agentenscores

Kurzkritik: UNCLE wird geprägt durch eine Reihe von unsymphonischen, überaus rhythmischen Tracks, die weniger Handlung nacherzählen als coole Agentenfilm-Stimmung schaffen. Pemberton bedient die musikalischen Klischees der jeweiligen Kulisse und der 60er- und 70er-Jahre perfekt, sei es durch Wah Wah-Gitarren, Rumba-Rhythmen, wirbelnde Bongos oder Anleihen im Jazz und Funk der genannten Periode. Der melodische Gehalt wird von der rhythmischen Ausrichtung des Scores in den Schatten gestellt, dennoch bleibt das Vorbild Henry Mancini deutlich spürbar (The Vinciguerra Affair), auch wenn Pemberton nicht an die melodische Kraft Mancinis herankommt. Die Instrumentation ist klar und energetisch, rhythmische Gitarren, Schlagzeug und agile Bässe halten einen im Atem, für Abwechslung ist an jeder Stelle des Albums gesorgt. Symphonisches Drama, wie man es etwa von John Barry’s Bond-Scores kennt, blitzt nur an wenigen Stellen (Into The Lair) durch, der Rest besticht vorwiegend durch Energie und Coolness.

Highlights: Out of the Garage – Escape from East Berlin – The Vinciguerra Affair – Bugs, Beats and Bowties – Signori Toileto Italiano – Into The Lair (Betrayal Pt I) – Laced Drinks (Betrayal, Pt II) – Take You Down – The Red Mist – Warhead – The Unfinished Kiss

Wertung: * * * *

rating04

 

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Captive

Captive Soundtrack Cover

2015, Lorne Balfe: monotone Synthesizer-Tapete ohne dramatischen oder musikalischen Reiz

Kurzkritik: Bevor ich zur Abfassung meiner Kritik zu diesem Score komme, ist mir nochmal wichtig klarzustellen, dass damit weder der Komponist noch seine Fähigkeiten bewertet werden sollen. Lorne Balfe ist ein toller Komponist, doch wenn ich Captive für sich alleine beurteile, so wie sich die Wirkung der Musik auf den Hörer außerhalb des Kontexts des Films präsentiert, so komme ich zu einer ernüchternden Bilanz: lange, gezogene Synthesizer-Noten, monophone Passagen, dahin plätschernde Trance-Sounds, einsame Gitarrensaiten, endlose Pads, keine Themen, keine melodischen oder harmonischen Elemente, vor allem aber: null Drama. Ich hoffe aufrichtig, dass der Film mehr zu bieten hat.

Highlights: keine

Wertung: *

rating01

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Imitation Game, The

imitationgame

2015, Alexandre Desplat: hypnotisch-intellektuell, unspannend, aber schön

Kurzkritik: Filme wie Imitation Game, wo in den Gehirnen der Protagonisten mehr Handlung stattfindet als auf der Leinwand, sind eine besondere Herausforderung an die Musik. Desplat meistert diese mehr als souverän. Er komponiert in repetitiven, beinahe hypnotischen Mustern und gibt seiner Musik Struktur. Alles hat einen Anfang, einen Mittelteil, ein Ende, und man hat beinahe das Gefühl, dass er das nicht für den Film, sondern für den Zuhörer macht. Die Musik ist trotz der Intrinsik des Films ständig in Bewegung, wie Räder, die sich unentwegt drehen. Symphonisch ist der Score nur bedingt – um es im Vergleich zu sagen: Er ist eher in Goldsmiths Welt angesiedelt als in Horners, aber dabei höchst dynamisch und vielseitig. Instrumentation und Kontrapunkt lassen keine Wünsche offen, der Komponist beherrscht sein Handwerk und zaubert einen hellen, klaren, differenzierten Klang aus dem Orchester. Das Hauptthema ist subtil, aber memorabel, Desplats Motto offenbar „weniger ist mehr“. Die Musik dominiert nicht, sie führt und sie möchte den Film verschönern – etwas, das man bei Goldsmith immer stark gespürt hat. Spannend im herkömmlichen Sinn ist Imitation Game nicht, vielmehr eine angenehme Abkehr vom Hollywood-Bombast der letzten Jahre.

Highlights: The Imitation Game – Alan – U-Boats – Mission – Crosswords – The Machine Christopher – Running – Decrypting – Alan Turing’s Legacy

Wertung: * * * *

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