Schlagwort: 2017

 

American Assassin

2017, Steven Price: symphonische Electronica mit wenig Abwechslung

Ich muss vorausschicken, dass ich mit Steven Price’s Werken nicht sehr vertraut bin. Ich war überrascht von der thematischen Qualität von Suicide Squad, und ich kann nur mutmaßen, dass Gravity nicht schlecht sein kann, zumal dieser Score seinem Schöpfer einige Preise, darunter auch einen Academy Award, eingebracht hat. So waren meine Erwartungen an American Assassin doch einigermaßen intakt. Der Anfang enttäuscht auch nicht: Es gibt einiges an Soundkulisse, einnehmenden Harmonien und kräftigen Crescendos á la Inception, woran man sich durchaus gewöhnen könnte, auch wenn schnell klar wird, dass das keine Filmmusik der großen Themen wird. Der Sound ist breit und stellenweise scharf, eine Mischung aus Electronica und symphonischem Orchester, welches später im Album phasenweise anmutet, als hätte es ein DJ in die Mangel genommen. All das ist per se noch kein Grund wegzuschalten, aber die Eintönigkeit nimmt allmählich deutlich überhand und löst bei mir ab dem achten Track den Wann-ist-das-denn-endlich-vorbei-Effekt aus, den das versöhnende Ende des Albums kaum mehr gutmachen kann. Interessanterweise fühle ich mich beim Hören auch eher in einem Science Fiction Film als in einem Actionthriller, was nicht unbedingt für die Bildhaftigkeit des Scores spricht, mich aber jedenfalls dazu animieren wird, diesen Score noch einmal zu hören, wenn ich den Film gesehen habe.

Referenztrack: Mitch Rapp

Wertung: * *

2-star-rating

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Ark

2017, Gareth Coker: fulminante, soundtechnisch brillante Loops mit Melodik und starkem Sound

Kurzkritik: Wer Gareth Coker’s Präsentation von Ark im Annotator Podcast nicht gehört hat, sollte das schnellstens nachholen, denn es lohnt sich: Der Score ist bombastisch in Szene gesetzt und vereint perkussive und moderne Patterns mit symphonischem Rückgrat. Tatsächlich wurde ein echtes Orchester eingespielt, wenngleich beim Hören vor allem Bläser und Streicher auffallen; die Holzbläser sind – wie so oft heutzutage – etwas kurz geraten, und die Orchestration fällt im Vergleich zu richtig symphonischen Soundtracks eher simplifiziert aus. Dafür gibt es immer wieder Einsprengsel von interessanten und exotischen Sounds, allerdings nicht genug, um zu verhindern, dass einen der Bombast-Sound beim Hören zeitweise ermüdet. Langsame, introspektive, emotionale Passagen fehlen leider völlig, was dem Score einiges an Potenzial abschlägt. Sehr gefreut hat mich, dass Coker – wie bei Ori and the Blind Forest – neben Rhythmus vor allem auf starke Melodik gesetzt hat, insbesondere was das eingängige Hauptthema aus dem ersten Track betrifft, welches sich subtil durch das Album zieht. Damit baut also auch dieser Gamescore auf einem sehr starken Motiv auf und verwöhnt die Ohren mit einer soundtechnisch glasklaren und brillant gemixten Produktion, die sicherlich aus dem Durchschnitt heraussticht.

Highlights: Main Theme – The Southern Islets – The Origin Of Combat – Shores and Stars – Not So Plain and Simple – Writhing Swamps – Tree Trouble – Creation – Danger Up Top – Enter at One’s Peril – Snow Thy Enemy – The Dragon – The Overseer – Ascension – End Credits

Wertung: * * * *

rating04

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Uncharted: The Lost Legacy

2017, Henry Jackman: fantasieloses, schwermütiges Gebrummel mit wenigen Höhepunkten

Kurzkritik: Was freute ich mich doch auf dieses Album, zumal ich ein großer Fan von Henry Jackman bin. Mit Uncharted 4 brachte er 2016 einen überraschend erfreulichen Abenteuer-Score hervor, doch dieser Ableger verliert im Vergleich dazu veritabel. Die ersten Minuten des Albums sind repräsentativ für den Rest: dumpfes Gebrummel mit „gefährlich-orientalischen“ Oud-Einlagen und viele, lange gehaltene Töne, meistens durch tremolierende Streicher. Nein, es ist nicht alles schlecht an diesem Score, aus meinen Worten spricht allerdings schwere Enttäuschung darüber, dass hier wieder einmal ein fantastischer Rahmen mit generischen Ansätzen gefüllt wurde. Positiv erwähnen darf man die Action-Cues, die Jackman routiniert, beinahe meisterhaft komponiert und sein immer wieder durchscheinender Versuch, eine musikalische Thematik zu etablieren. Im Rückblick ist es aber genau das, was dem Score fehlt: eine musikalische Identität.

Highlights: Chloe Frazer – Shift Change – Ambushed – This Tiger’s Got Claws – Chamber Of The Kings – End Of The Line – The Lost Legacy

Wertung: * *

2-star-rating

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