Schlagwort: Danny Elfman

 

Justice League

2017, Danny Elfman: brave Superhelden-Ostinato-Melange mit viel Pomp und wenig Pfiff

Viel wurde geschrieben und getwittert über Danny Elfmans Engagement im DCEU, und groß waren die Erwartungen, zumal schon früh verraten wurde, dass er gedenke, alle möglichen Themen – inklusive seines eigenen Batman Theme – in Justice League zusammen zu führen. Tatsächlich ist das ganze aber weniger als die Summe seiner Teile, denn die Zitate früherer DC-Verfilmungen (z.B. Batman, Wonder Woman, Superman) halten sich in Grenzen und – man muss es leider sagen – überschatten das thematische Material, das Elfman für diesen Film neu geschrieben (?) hat. Tragischerweise sind es nicht Cyborg, Flash & Co, die vor dem geistigen Auge entstehen, während man das Album hört, sondern The Shadow (Goldsmith) und Spiderman (ebenfalls Elfman). Ob plumpe Kopie oder unbewusste Inspiration, als Zuhörer kriegt man jedenfalls wenig Neues geboten. Das Drumherum ist natürlich routiniert und gut gelungen und glänzt mit viel Kraft und superber Klangqualität, die orchestralen Farben sind reichhaltig und verglichen mit Remote Control-Produktionen äußerst abwechslungsreich. Mit den Maßstäben früherer Werke von Danny Elfman darf man Justice League jedoch nicht messen, und angesichts der nicht enden wollenden Streicher-Ostinati bleibt das Gefühl, dass sich Elfman über Gebühr Richtung Mainstream verbiegen hat lassen, anstatt hier ein kräftiges Lebenszeichen für originelle Filmmusik zu setzen. Schade eigentlich, denn genau Andersartigkeit war immer seine größte Stärke.

Wertung: * * *

3-star-rating

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Wolfman

wolfman

2010, Danny Elfman: dunkles, grummelndes Kabinettstückchen mit sehr gutem Hauptthema

Kurzkritik: Der Beginn des Albums (Wolf Suite) setzt den Ton für den gesamten Soundtrack: Solo Streicher, grummelnder Bass und ein Hauptthema, das entfernt an John Williams‘ Dracula erinnert, aber doch deutlich weniger romantisch ausfällt, ja, fast brutal wirkt im Vergleich. Tragendes Element ist das Cello, die Melodie ist genial einfach und vielseitig, und die ersten paar Noten halten als Motiv den gesamten Score zusammen. Die Musik ist – wie von Danny Elfman nicht anders zu erwarten – sehr düster, zeitweise sogar freudlos und deprimierend, obgleich meisterhaft orchestriert. In den wenigen Actionszenen von Wolfman läuft Elfman zur Hochform auf, mit schnellen, wilden Passagen, die ich persönlich sehr erfreulich fand, obgleich sie für mich als Elfman-Fan auch wenig Neues boten.

Highlights: Wolf Suite Pt 1 – Dear Mr. Talbot – Bad Moon Rising – Gypsy Massacre – First Transformation – Country Carnage – Reflection / 2nd Transformation – The Traveling Montage – Wolf Wild #2

Wertung: * * *

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Batman

Batman

1989, Danny Elfman: surreale Eleganz, großes symphonisches Drama und das heroischste Hauptthema aller Zeiten.

Kurzkritik: Batman ist eines von Elfmans ambitioniertesten Werken mit dichtem Satz, vielschichtiger Orchestration und großartigem symphonischem Drama, innerhalb dessen verschiedenste Stilrichtungen bedient werden: mal mit grandiosen Fanfaren, mal mit surreal-obskurer „Zirkus-Musik“. Staccatobläser und manische Muster in den tiefen Registern des Klaviers verbinden sich zu einem roten Faden. Das herausragendste Merkmal ist jedoch das Batman Thema, das selbst im Vergleich mit Superman, E.T. und Indiana Jones großartig abschneidet und ein zeitloser Klassiker wurde. Majestätisch, voller innerer Verletzlichkeit und heroisch wie der Dunkle Ritter selbst könnte es nicht dramatischer ausfallen. In seiner Tonalität ist Batman zeitweise recht altmodisch und versetzt einen in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Eleganz, die in den Harmonien mitschwingt, erinnert an Mancini und bildet einen wohltuenden Kontrast zur dunklen Groteske, die den Score ansonsten prägt und Elfman berühmt gemacht hat.

Highlights: Batman Theme – Love Theme – Charge of the Batmobile – Descent into Mystery – Flowers – Attack of the Batwing – Up the Cathedral – Final Confrontation – Finale – Batman Theme Reprise

Wertung: * * * * *

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