Schlagwort: Henry Jackman

 

Uncharted: The Lost Legacy

2017, Henry Jackman: fantasieloses, schwermütiges Gebrummel mit wenigen Höhepunkten

Kurzkritik: Was freute ich mich doch auf dieses Album, zumal ich ein großer Fan von Henry Jackman bin. Mit Uncharted 4 brachte er 2016 einen überraschend erfreulichen Abenteuer-Score hervor, doch dieser Ableger verliert im Vergleich dazu veritabel. Die ersten Minuten des Albums sind repräsentativ für den Rest: dumpfes Gebrummel mit „gefährlich-orientalischen“ Oud-Einlagen und viele, lange gehaltene Töne, meistens durch tremolierende Streicher. Nein, es ist nicht alles schlecht an diesem Score, aus meinen Worten spricht allerdings schwere Enttäuschung darüber, dass hier wieder einmal ein fantastischer Rahmen mit generischen Ansätzen gefüllt wurde. Positiv erwähnen darf man die Action-Cues, die Jackman routiniert, beinahe meisterhaft komponiert und sein immer wieder durchscheinender Versuch, eine musikalische Thematik zu etablieren. Im Rückblick ist es aber genau das, was dem Score fehlt: eine musikalische Identität.

Highlights: Chloe Frazer – Shift Change – Ambushed – This Tiger’s Got Claws – Chamber Of The Kings – End Of The Line – The Lost Legacy

Wertung: * *

2-star-rating

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Kong: Skull Island

2017, Henry Jackman: leicht depressiver Abenteuerscore ohne große Themen

Kurzkritik: Henry Jackman ist für mich ja so etwas wie der moderne Goldsmith. Seine Fähigkeit zu tragenden Themen hat er schon mehrfach bewiesen (z.B. in Kingsman), sein Kolorit ist ebenfalls abwechslungsreich (man vergleiche bloß Man In The High Castle mit Pixels), und sein Kompositionsstil ist klar und nachvollziehbar strukturiert (sogar in tristen Werken wie 5th Wave). Daher hatte ich mir von Kong: Skull Island große musikalische Bilder und epische Abenteuermusik erwartet, wurde aber nur teilweise bedient. Die erste Hälfte des Scores ist wenig episch, sondern auf Gitarrensounds und Effekten aufgebaut und lässt nur bescheiden erahnen, was noch kommen mag. Bis es soweit ist, schnarcht man geduldig vor sich hin, begleitet von einsamen Gitarren, die ziellos durch das Stereopanorama wabern. Erst im großen symphonischen Finale erwacht man als Zuhörer, welches mit The Battle Of Skull Island ordentlich an Fahrt aufnimmt und mit dem emotional-dramatischen King Kong beschließt. Gerne hätte sich das gesamte Album so anhören dürfen, anstelle der zuvor erwähnten Melange aus moderner Füll-Musik und Effekt-Hascherei. Dass das melodische Material sein Potenzial kaum entfaltet und der wunderbar-konzisen Instrumentierung hinterher hinkt, ist nur ein weiterer Grund, diesen Score als verschenkte Chance zu betrachten. Das soll aber nicht heißen, dass die Musik schlecht wäre. Kong Skull Island ist eben guter Durchschnitt, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Highlights: The Beach – Project Monarch – The Island – Monsters Exist – Spider Attack – Grey Fox – Marlow’s Farewell – Ambushed – Man vs. Beast – The Battle Of Skull Island – King Kong

Wertung: * * *

3-star-rating

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Man In The High Castle (Season 1)

Man In The High Castle S01 Soundtrack Cover

2016, Henry Jackman & Dominic Lewis: hypnotisch-schwere Kost mit prägnanter Stilistik

Kurzkritik: The Man In The High Castle hat mich nicht nur als TV-Serie überrascht, sondern auch mit seiner Filmmusik von Henry Jackman und Dominic Lewis. Ich habe Jackman unlängst – sehr zur Verwunderung vieler – als meinen neuen Goldsmith bezeichnet und fühle mich durch dieses Album bestätigt. Obwohl es hier kein greifbares Hauptthema gibt und der Soundtrack nicht gerade fröhliche Romantik verströmt, ist der Score voller melodischer Kraft und übt auf mich, z.B. mit den beklemmenden Vierteltakt-Klanghölzern und den sich wiederholenden Figuren für Solostreicher, einen hypnotischen Sog aus, obwohl schwermütige Scores normalerweise einen schweren Stand bei mir haben. Was hier allerdings an Klangbildern und Mustern geboten wird, ist auf höchstem Niveau und bringt – für mich persönlich ein Qualitätsmerkmal – einen distinkten Gesamteindruck mit sich, der nicht nur den Geist der dystopischen Vorlage trifft, sondern auch für sich selbst als Musikstück wertbeständig und mit nichts zu vergleichen ist. Möglicherweise geht hier mein Enthusiasmus, was Jackman betrifft, mit mir durch, aber ich sehe das Album und auch die erfreulich-kompakte Zusammenstellung der Tracks klar aus dem Meer des Mittelmaßes herausragen.

Highlights: alle Tracks – das Album wirkt am besten in seiner Gesamtheit

Wertung: * * * *

rating04

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