Schlagwort: John Williams

 

Fury, The

1978, John Williams: hypnotisches, kraftvolles und überraschend lyrisches PSI-Drama

Kurzkritik: The Fury (im deutschen Titel Teufelskreis Alpha) ist einer der ersten Horrorfilme, die ich als Kind gesehen habe. Die Bilder habe ich heute noch im Kopf, und ich war sehr erstaunt, als ich beim Hören des Soundtracks feststellen musste, dass die Musik keineswegs grauslich oder dissonant oder gänsehauterregend ist. Tatsächlich ist The Fury sehr exemplarisch für Williams‘ romantische Phase, zumindest nenne ich sie so – warum, wird klar, wenn man Dracula, The Empire Strikes Back und diesen Score (und vielleicht auch noch E.T.) in Folge hört und vergleicht. Die Musik ist ausgesprochen melodiös und hypnotisch, was zum einem dem überaus tragenden, auf einer Dreiklangzerlegung basierenden Hauptthema zuzuschreiben ist, zum anderen den Anleihen an den Werken Bernard Herrmanns, der lt. Liner Notes als Vorlage gedient hat. Bei alldem bleibt Williams jedoch seinem eigenen Stil treu und verliert sich nicht in depressiver Grundstimmung, anstelle dessen arbeitet er, der Periode entsprechend, mit Kontrasten – von verspielt (For Gillian) bis mega-dramatisch (Gillian’s Power). Die zeitliche Nähe zu Star Wars ist übrigens nicht zu leugnen, entsprechend dynamisch und kraftvoll fällt auch dieser Score aus.

Highlights: Main Title – Thru The Alley – The Fog Scene – Hesther’s Theme, The House – For Gillian – Gillian’s Vision – The Conspiracy – Remembering Robin – Lifting Susan – Gillian’s Power – End Cast

Wertung: * * * *

rating04

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Indiana Jones and the Temple Of Doom

1984, John Williams: unerreichtes Feuerwerk an Action, Abenteuer, Themen und musikalischen Ideen

Kurzkritik: Indiana Jones and the Temple Of Doom ist für mich der absolute Prototyp eines gelungenen Abenteuerscores. Es gibt Action, Romantik, Exotik und ein Kaleidoskop von Stimmungen. Mit Bedacht verwendet John Williams den genialen Raiders‘ March aus Raiders Of The Lost Ark und ergänzt das leitmotivische Material um zahlreiche kräftige Themen wie etwa das asiatisch-exotisch anmutende Thema für Short Round oder das herrlich-altmodische Love Theme (in voller Länge in den End Credits enthalten) für die Haß-Liebe-Beziehung zwischen Dr. Jones und Nachtclubsängerin Willie. Damit nicht genug, verstärkt auch noch das kraftvolle Thema aus Slave Children’s Crusade das melodische Rückgrat dieses durchwegs symphonischen und äußerst energetischen Scores. Die musikalischen Ideen sind schier endlos, von schillernden Dissonanzen (Bug Tunnel) und flirrenden Figuren (Mine Car Chase) bis hin zu verstörenden Chören (The Temple Of Doom) oder romantisch-lustigen Pizzicati (Nocturnal Activities). Niemals hat ein Abenteuerscore davor – oder auch danach – diese musikalische Tiefe und Abwechslung erreicht. Ein Meisterwerk!

Highlights: Anything Goes – Fast Streets Of Shanghai – Slalom on Mt. Humol – Short Round’s Theme – Nocturnal Activities – Bug Tunnel/Death Trap – Children In Chains – Short Round Escapes – Slave Children’s Crusade – The Mine Car Chase – End Credits

Wertung: * * * * *

rating05

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Star Wars Episode 7 – The Force Awakens

StarWars7

2015, John Williams: kontrastreiches Sequel mit subtiler Thematik und intellektuellem Anstrich

Kurzkritik: Ähnlich wie in SW1 führt Williams auch für SW7 neue Themen ein. Frühere Leitmotive werden kaum zitiert, Referenzen zu früherem Material sind sehr subtil und eher etwas für intellektuelle Analysten. Die Qualität der neuen Themen ist „nur“ hoch, aber die Stärke des Albums ist die Vielfalt und Abwechslung. Kaum ein Track ist „zum Vergessen“, jedes einzelne Stück erweckt Bilder und Gefühle. Die Fanfaren und symphonischen Figuren sind harmonisch komplex, kraftvoll und mitreißend und reichen von leichtgängig (BB-8) bis furchteinflößend (Kylo Ren). Auch sind sie tendenziell weniger „chaotisch“ ausgeführt als man es von Williams späteren Kompositionen gewohnt ist. Erfreulich ist, dass das Album wieder Konzertfassungen enthält, die noch dazu in einer schönen End Credits Suite mit einander verbunden sind. Am Ende bleibt der Eindruck einer unerwarteten Andersartigkeit, die vielleicht gerade deshalb geeignet ist, das musikalische Erbe in eine neue Ära zu führen.

Highlights: Main Title – The Scavenger – Rey Meets BB-8 – Follow Me – Rey’s Theme – The Falcon – Finn’s Confession – Maz’s Counsel – The Starkiller – Kylo Ren Arrives At The Battle – The Abduction – Han and Leia – March Of The Resistance – Torn Apart – The Ways Of The Force – Scherzo for X-Wings – Farewell and The Trip – The Jedi Steps and Finale

Wertung: * * * * *

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