Schlagwort: Soundtrack

 

American Assassin

2017, Steven Price: symphonische Electronica mit wenig Abwechslung

Ich muss vorausschicken, dass ich mit Steven Price’s Werken nicht sehr vertraut bin. Ich war überrascht von der thematischen Qualität von Suicide Squad, und ich kann nur mutmaßen, dass Gravity nicht schlecht sein kann, zumal dieser Score seinem Schöpfer einige Preise, darunter auch einen Academy Award, eingebracht hat. So waren meine Erwartungen an American Assassin doch einigermaßen intakt. Der Anfang enttäuscht auch nicht: Es gibt einiges an Soundkulisse, einnehmenden Harmonien und kräftigen Crescendos á la Inception, woran man sich durchaus gewöhnen könnte, auch wenn schnell klar wird, dass das keine Filmmusik der großen Themen wird. Der Sound ist breit und stellenweise scharf, eine Mischung aus Electronica und symphonischem Orchester, welches später im Album phasenweise anmutet, als hätte es ein DJ in die Mangel genommen. All das ist per se noch kein Grund wegzuschalten, aber die Eintönigkeit nimmt allmählich deutlich überhand und löst bei mir ab dem achten Track den Wann-ist-das-denn-endlich-vorbei-Effekt aus, den das versöhnende Ende des Albums kaum mehr gutmachen kann. Interessanterweise fühle ich mich beim Hören auch eher in einem Science Fiction Film als in einem Actionthriller, was nicht unbedingt für die Bildhaftigkeit des Scores spricht, mich aber jedenfalls dazu animieren wird, diesen Score noch einmal zu hören, wenn ich den Film gesehen habe.

Referenztrack: Mitch Rapp

Wertung: * *

2-star-rating

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Kubo and the Two Strings

Kubo and the two Strings Soundtrack Album Cover

2016, Dario Marianelli: liebevoll und meisterhaft instrumentiertes Animationsabenteuer mit viel Abwechslung

Kurzkritik: Kubo ist mein erster Soundtrack von Dario Marianelli und ein wirklich großartiges Entré für den Komponisten in meine persönliche Welt der Soundtracks. Der Sound ist glasklar, die symphonische Instrumentierung abwechslungsreich, und die Vielfalt der Emotionen und Bilder, die auch den (zeitweise etwas langatmigen, aber insgesamt sehr schönen) Film prägen, kommt perfekt in der Musik zur Geltung. Marianelli wirft mit Klangfarben nur so um sich und verfällt kaum in das Genre-typische Mickey Mousing. Interessant fand ich, dass die asiatische Stilistik in Kubo vergleichsweise dünn ausfällt – von ein paar instrumentalen Anleihen abgesehen ist der Soundtrack – aus meiner Sicht leider – eher westlich geprägt. Jedenfalls spürt man Potenzial für Großes, weshalb ich mich dem allgemeinen „Buzz“ anschließe und Kubo als überdurchschnittlich bewerte. Ich gebe aber zu, dass da ein paar Vorschusslorbeeren dabei sind, zumal mir die Themen etwas zu wenig greifbar sind und die musikalische Identität des Komponisten – er scheint in jeder Stilistik bewandert zu sein – noch nicht so recht klar ist. Möglicherweise wird sich das aber bald ändern, denn nach diesem hervorragenden Album habe ich vor, noch mehr Dario Marianelli Scores zu hören.

Highlights: The Impossible Waves – Kubo Goes To Town – Story Time – Meet The Sisters! – Above And Below – Monkey’s Story – Hanzo’s Fortress – United-Divided – Showdown With Grandfather – Rebirth

Wertung: * * * *

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Uncharted: The Lost Legacy

2017, Henry Jackman: fantasieloses, schwermütiges Gebrummel mit wenigen Höhepunkten

Kurzkritik: Was freute ich mich doch auf dieses Album, zumal ich ein großer Fan von Henry Jackman bin. Mit Uncharted 4 brachte er 2016 einen überraschend erfreulichen Abenteuer-Score hervor, doch dieser Ableger verliert im Vergleich dazu veritabel. Die ersten Minuten des Albums sind repräsentativ für den Rest: dumpfes Gebrummel mit „gefährlich-orientalischen“ Oud-Einlagen und viele, lange gehaltene Töne, meistens durch tremolierende Streicher. Nein, es ist nicht alles schlecht an diesem Score, aus meinen Worten spricht allerdings schwere Enttäuschung darüber, dass hier wieder einmal ein fantastischer Rahmen mit generischen Ansätzen gefüllt wurde. Positiv erwähnen darf man die Action-Cues, die Jackman routiniert, beinahe meisterhaft komponiert und sein immer wieder durchscheinender Versuch, eine musikalische Thematik zu etablieren. Im Rückblick ist es aber genau das, was dem Score fehlt: eine musikalische Identität.

Highlights: Chloe Frazer – Shift Change – Ambushed – This Tiger’s Got Claws – Chamber Of The Kings – End Of The Line – The Lost Legacy

Wertung: * *

2-star-rating

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