Schlagwort: Star Wars

 

Rogue One – A Star Wars Story

2016, Michael Giacchino: konsistente Sternenkrieg-Musik in überragender Form, aber mit wenig Seele

Kurzkritik: Extensive Nachdrehs, ein Rückzieher von Alexandre Desplat und ein last-minute-Einschreiten von Michael Giacchino sind die Zutaten dieses ersten Star Wars-Big Screen-Soundtracks, der nicht aus der Feder von John Williams stammt. (Oder doch?) Man muss Giacchinos Handwerksgeschick loben, er kriegt Williams‘ Orchestrierung verdammt authentisch hin, und er borgt sich auch des Altmeisters Harmonien und die eine oder andere Figur gekonnt aus, z.B. die berühmten chromatisch abfallenden Bläserstakkati. Sofern also das Ziel war, sich musikalisch im Star Wars-Kosmos zu bewegen, hat Giacchino es unzweifelhaft erreicht. So viel zur Form. Was den Inhalt betrifft, bin ich etwas unbefriedigt, hätte ich mir doch mehr Originalität und eine distinkte Note des Komponisten erhofft, gleichwohl mir bewusst ist, dass Giacchino im engen Korsett der Filmemacher nur mittels genialer Themen hätte punkten können. Diese Chance blieb aber leider ungenutzt: Der rote Faden im Score ist eher dünn, einige der eminenten thematischen Momente (sofern sie keine Zitate sind, wie z.B. die Rebel Fanfare oder das Force Theme) sind – wie z.B. die Imperial Suite – schmerzhaft trivial (wobei ich zugegebenermaßen auch von Williams‘ Resistance March in Episode VII enttäuscht war und möglicherweise zu hohe Ansprüche hege). Allein das Thema aus Jyn Erso & Hope ist Giacchino sehr gut gelungen; um so tragischer ist es, dass es den Score zu wenig trägt und zu wenig Verwandtschaft zu den anderen Themen aufweist. In Summe ist Rogue One trotzdem herausragend, auch wenn einige Sterne der Wertung darauf zurückzuführen sind, dass hier souverän imitiert wurde.

Highlights: He’s Here For Us – A Long Ride Ahead – Wobani Imperial Labor Camp – Jedha Arrival – Jedha City Ambush – Star-Dust – Confrontation On Eadu – Krennic’s Aspirations – AT-ACT Assault – Your Father Would Be Proud – Hope – Jyn Erso & Hope Suite – Guardians Of The Whills Suite

Wertung: * * * *

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Star Wars: The Clone Wars

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2008, Kevin Kiner: dynamisch, kraftvoll, passend

Kurzkritik: Kevin Kiners symphonischer Beitrag zum Star Wars Universum fügt sich in die fremdartigen, kraftvollen Harmonien und wilden melodischen Läufe ein, die man von John Williams gewohnt ist. Damit enden allerdings die Parallelen. Kiners Musik ist, wenn man vom ersten und letzten Track absieht, thematisch vollkommen entkoppelt von Williams‘ Leitmotiven. Dennoch fühlt sich die Musik gleichermaßen vertraut wie erfrischend an. Einige ethnische oder moderne Passagen wirken etwas deplatziert, lockern aber das Album ungemein auf. Die Qualität von Kiners Komposition ist sehr hoch: Die Orchestrierung ist dicht und konzise, die Harmonien sind nicht immer schmeichelhaft, aber durchwegs interessant – die Gefühle und Bilder sind farbenprächtig und abwechslungsreich. Ich persönlich bin angenehm überrascht. Dass hier und dort ein Temp Track allzu deutlich durchscheint, ist der Musik leicht zu verzeihen.

Highlights: Star Wars Main Title & A Galaxy Divided – Admiral Yularen – Battle Of Christophsis – Obi-Wan To The Rescue – Sneaking Under The Shield – Jabba’s Palace – Landing On Teth – Destroying The Shield – Battle Of Teth – General Loathsom/Ahsoka – Scaling The Cliff – Ziro’s Nightclub Band – Rough Landing – Padmé Imprisoned – Fight To The End – End Credits

Wertung: * * *

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Star Wars Episode 7 – The Force Awakens

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2015, John Williams: kontrastreiches Sequel mit subtiler Thematik und intellektuellem Anstrich

Kurzkritik: Ähnlich wie in SW1 führt Williams auch für SW7 neue Themen ein. Frühere Leitmotive werden kaum zitiert, Referenzen zu früherem Material sind sehr subtil und eher etwas für intellektuelle Analysten. Die Qualität der neuen Themen ist „nur“ hoch, aber die Stärke des Albums ist die Vielfalt und Abwechslung. Kaum ein Track ist „zum Vergessen“, jedes einzelne Stück erweckt Bilder und Gefühle. Die Fanfaren und symphonischen Figuren sind harmonisch komplex, kraftvoll und mitreißend und reichen von leichtgängig (BB-8) bis furchteinflößend (Kylo Ren). Auch sind sie tendenziell weniger „chaotisch“ ausgeführt als man es von Williams späteren Kompositionen gewohnt ist. Erfreulich ist, dass das Album wieder Konzertfassungen enthält, die noch dazu in einer schönen End Credits Suite mit einander verbunden sind. Am Ende bleibt der Eindruck einer unerwarteten Andersartigkeit, die vielleicht gerade deshalb geeignet ist, das musikalische Erbe in eine neue Ära zu führen.

Highlights: Main Title – The Scavenger – Rey Meets BB-8 – Follow Me – Rey’s Theme – The Falcon – Finn’s Confession – Maz’s Counsel – The Starkiller – Kylo Ren Arrives At The Battle – The Abduction – Han and Leia – March Of The Resistance – Torn Apart – The Ways Of The Force – Scherzo for X-Wings – Farewell and The Trip – The Jedi Steps and Finale

Wertung: * * * * *

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